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Literarische Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Regionen Mitteleuropas

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Edited By Maria Gierlak, Malgorzata Klentak-Zablocka and Thorsten Unger

In verschiedenen Regionen Mitteleuropas bewirkte der Erste Weltkrieg eine Umwälzung größten Ausmaßes. Das Buch geht der Frage nach, wie sich der Erste Weltkrieg im kulturellen Gedächtnis dieser Regionen niederschlägt. Zu der Erfahrung der hier lebenden Menschen verschiedener Nationalitäten gehörte unter anderem, dass sie oft zwischen den Fronten standen oder gezwungen wurden, als Soldaten bei fremden Truppen zu kämpfen. Neben belletristischen Texten und Dichtung im engeren Sinne untersuchen die Autorinnen und Autoren auch Dokumente, Ego-Zeugnisse und Artefakte der materiellen Kultur als Träger der kollektiven Erinnerung.

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Regionale, nationale und globale Aspekte des Ersten Weltkriegs (Maria Gierlak, Małgorzata Klentak-Zabłocka, Thorsten Unger)

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Maria Gierlak, Małgorzata Klentak-Zabłocka, Thorsten Unger

Regionale, nationale und globale Aspekte des Ersten Weltkriegs

Die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges haben sich verständlicherweise im kollektiven Gedächtnis Polens, Deutschlands und Österreichs unterschiedlich niedergeschlagen.1 Ein Jahrhundert danach gibt es keine Zeitzeugen mehr, die sich aus eigenem Miterleben noch an die Jahre 1914 bis 1918 erinnern. 2011 verstarb der letzte männliche Veteran dieses Krieges Claude Stanley Choules, ein britischer, in Australien lebender Matrose, im Alter von 110 Jahren, 2012 im gleichen Alter Florence Green, einst Kellnerin in den Kasinos der Royal Air Force.2 Hinzu kommt, dass die kollektive Erinnerung an den Ersten Weltkrieg durch die für viele Menschen noch erheblicheren Veränderungen während und in der Folge des Zweiten Weltkriegs im gewissen Sinne verstellt ist. Auch ist er aus dem ‚kommunikativen Gedächtnis‘ weitgehend verschwunden. Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg wird heute durch staatlich sanktionierte Denkmäler und vor allem durch wissenschaftliche Forschung in Universitäten, Museen und zum Teil in Gedenkstätten professionalisiert und institutionell gesichert.3 Im Westen hat sich dabei die Rede von der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ etabliert, ← 7 | 8 → eine Wortprägung, die auf den amerikanischen Historiker George F. Kennan (1904–2005) zurückgeht:

So kam ich dazu, den Ersten Weltkrieg so zu betrachten, wie ihn viele denkende Menschen zu sehen gelernt haben: als die Ur-Katastrophe dieses Jahrhunderts, das Ereignis, in dem stärker als in irgendeinem anderen – mit Ausnahme der Entdeckung...

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