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Literarische Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Regionen Mitteleuropas

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Edited By Maria Gierlak, Malgorzata Klentak-Zablocka and Thorsten Unger

In verschiedenen Regionen Mitteleuropas bewirkte der Erste Weltkrieg eine Umwälzung größten Ausmaßes. Das Buch geht der Frage nach, wie sich der Erste Weltkrieg im kulturellen Gedächtnis dieser Regionen niederschlägt. Zu der Erfahrung der hier lebenden Menschen verschiedener Nationalitäten gehörte unter anderem, dass sie oft zwischen den Fronten standen oder gezwungen wurden, als Soldaten bei fremden Truppen zu kämpfen. Neben belletristischen Texten und Dichtung im engeren Sinne untersuchen die Autorinnen und Autoren auch Dokumente, Ego-Zeugnisse und Artefakte der materiellen Kultur als Träger der kollektiven Erinnerung.

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Krieg und Nachkrieg in den Familiengeschichten zweier Autorinnen aus Magdeburg: Nomi Rubels Schwarz-braun ist die Haselnuß (1992) und Inge Meyers Stachel des Skorpions (1997) (Dagmar Ende)

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Dagmar Ende (Magdeburg)

Krieg und Nachkrieg in den Familiengeschichten zweier Autorinnen aus Magdeburg: Nomi Rubels Schwarz-braun ist die Haselnuß (1992) und Inge Meyers Stachel des Skorpions (1997)

Die Untersuchung zeigt, wie die zwei Romane ‚blinde Flecken‘ der Magdeburger Kriegs- und Zwischenkriegszeit erinnern: Schwarz-braun ist die Haselnuß jüdisches Leben in Deutschland 1914 bis 1933, Stachel des Skorpions deutsche Kolonialgeschichte. Ihre ‚Unheilsgeschichten‘ stützen jene These vom ‚zweiten Dreißigjährigen Krieg‘ 1914–1945.

Schlüsselbegriffe: Regionalgeschichte Magdeburgs 1914–1933/36; deutsch-jüdische Geschichte; Erster Weltkrieg in den Kolonien / an der ‚Heimatfront‘; (auto-)biographischer Roman; Erinnerungskultur seit 1990er Jahren

Gustav Schröder gewidmet

In den 1990er Jahren erschienen in Magdeburg zwei Romane zunächst in Fortsetzungen im führenden Lokalblatt und dann in Buchform, die beim dortigen Publikum große Resonanz fanden.1 Im Falle von Nomi Rubels Schwarz-braun ist die Haselnuß gab es zudem überregional Resonanz, sogar bis ins ferne New York. Mitzudenken ist selbstredend der neue Aufschwung und Erfolg solcher Rückblicke seit der deutschen Wiedervereinigung. Das historische Ereignis des Mauerfalls war Nomi Rubel Anlass für diese literarische Bearbeitung ihrer Erinnerungen an Kindheit und Jugend in Magdeburg, welche sie allerdings schon bis Ende der 1970er Jahre in umfangreichen Manuskripten festgehalten hatte. Auch ← 103 | 104 → Inge Meyer hatte den auf der Lebensgeschichte ihrer Mutter basierenden Roman Stachel des Skorpions bereits lange geplant und noch zu DDR-Zeiten, 1987, einen Verlagsvertrag abgeschlossen.

Beide Romane sind „Familiengeschichten...

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