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Literarische Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Regionen Mitteleuropas

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Edited By Maria Gierlak, Malgorzata Klentak-Zablocka and Thorsten Unger

In verschiedenen Regionen Mitteleuropas bewirkte der Erste Weltkrieg eine Umwälzung größten Ausmaßes. Das Buch geht der Frage nach, wie sich der Erste Weltkrieg im kulturellen Gedächtnis dieser Regionen niederschlägt. Zu der Erfahrung der hier lebenden Menschen verschiedener Nationalitäten gehörte unter anderem, dass sie oft zwischen den Fronten standen oder gezwungen wurden, als Soldaten bei fremden Truppen zu kämpfen. Neben belletristischen Texten und Dichtung im engeren Sinne untersuchen die Autorinnen und Autoren auch Dokumente, Ego-Zeugnisse und Artefakte der materiellen Kultur als Träger der kollektiven Erinnerung.

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Zwischen den Fronten. Der Erste Weltkrieg und die Nationalitätenfrage (Karol Sauerland)

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Karol Sauerland (Warszawa)

Zwischen den Fronten. Der Erste Weltkrieg und die Nationalitätenfrage

Der Autor versucht zu zeigen, dass sich im Ersten Weltkrieg sowohl die Polen sowie vor allem die Juden des Ostens zwischen den Fronten befanden, was ihnen bei den Friedensverhandlungen zum Vorteil gereichen sollte.

Schlüsselbegriffe: Weltkrieg als Begriff; Józef Wittlin; Józef Piłsudski; Ostjuden; Samuel Gronemann; polnische Juden als Minderheit

Geisteswissenschaftler pflegen, um akademisch zu wirken, erst einmal ausführlich zu erklären, auf welchen theoretischen Grundlagen ihr Text basiert, mit welchen Begrifflichkeiten, wie es neuerdings heißt, sie operieren. Früher sprach man von den verwendeten Grundbegriffen oder vom Begriffsapparat. Ich hätte also zu erklären, wie ich Weltkrieg, Nationalitätenfrage, Nationalismus und ‚Zwischen den Fronten‘ als Begriffe zu verwenden gedenke. Und seit wann gibt es die Verbindung des Weltkriegs mit der Ordnungszahl „Erster“? – womit allen vorhergehenden Weltkriegen der Charakter eines Weltkriegs abgesprochen wurde.

Nach Grimms Wörterbuch stammt der erste Beleg für das Wort Weltkrieg aus dem Jahre 1599, es wird offenbar für weltliche Angelegenheiten verwandt im Gegensatz zu den geistlichen. Als zweiter Beleg wird der Spruch des schlesischen Juristen und Verfassers von Erbauungsschriften David von Schweinitz (1600–1667) angeführt:

fried auff aller erden ist, frew dich, du betrübter Christ, wer in Christi friede steht, dieser welt-krieg nicht angeht.1

Die Welt ist voller Streit, voller Krieg, den man aber durch...

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