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Literarische Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Regionen Mitteleuropas

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Edited By Maria Gierlak, Malgorzata Klentak-Zablocka and Thorsten Unger

In verschiedenen Regionen Mitteleuropas bewirkte der Erste Weltkrieg eine Umwälzung größten Ausmaßes. Das Buch geht der Frage nach, wie sich der Erste Weltkrieg im kulturellen Gedächtnis dieser Regionen niederschlägt. Zu der Erfahrung der hier lebenden Menschen verschiedener Nationalitäten gehörte unter anderem, dass sie oft zwischen den Fronten standen oder gezwungen wurden, als Soldaten bei fremden Truppen zu kämpfen. Neben belletristischen Texten und Dichtung im engeren Sinne untersuchen die Autorinnen und Autoren auch Dokumente, Ego-Zeugnisse und Artefakte der materiellen Kultur als Träger der kollektiven Erinnerung.

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Auge in Auge mit dem Feind. Über die Nahkampfszenen in Jüngers In Stahlgewittern und Remarques Im Westen nichts Neues (Piotr Hęćka)

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Piotr Hęćka (Toruń)

Auge in Auge mit dem Feind. Über die Nahkampfszenen in Jüngers In Stahlgewittern und Remarques Im Westen nichts Neues

Zwei entgegengesetzte Visionen des Krieges spiegeln sich in den Nahkampfszenen in den Romanen In Stahlgewittern von Ernst Jünger und Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque wider und bringen die durch die eigenen Erfahrungen an der Front fundierte Einstellung der beiden Autoren zum Krieg zum Ausdruck.

Schlüsselbegriffe: Ernst Jünger; Erich Maria Remarque; Nahkampfszenen; Positionskrieg

In seinem Erstlingswerk – veröffentlicht 1920, also kaum zwei Jahre nach Kriegsende – verarbeitet Ernst Jünger seine Erlebnisse und Eindrücke von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Bereits der Untertitel – Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers1 – scheint einen Hinweis auf die Gattung des Werkes zu geben. Tatsächlich basiert Jüngers Werk auf seinen Tagebuchaufzeichnungen, die er während des Felddienstes im Heer niedergeschrieben hatte. Das Ergebnis ist jedoch kein echtes Tagebuch. Man hat es eher mit einer wohlüberlegten, romanhaften Stilisierung zu tun, bei der verschiedene Kunstgriffe zum Einsatz kommen. Eine dieser Stilisierungen ist die chronologische Abfolge des Werkes, die der Textsorte des Tagebuches nachgebildet ist. Ferner tragen dazu auch genaue Zeitangaben bei,2 die im Text mehrmals, aber nicht mit einer für Tagebücher typischen Häufigkeit und Regelmäßigkeit vorkommen.3 ← 221 | 222 →

Dass die tagebuchartige Chronologie trügerisch ist, kann man schon frühen Textpassagen entnehmen: „Der Atem des...

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