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Die «Wende» von 1989 und ihre Spuren in den Literaturen Mittelosteuropas

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Edited By Alicja Krauze-Olejniczak and Sławomir Piontek

Ein Vierteljahrhundert nach den demokratischen Transformationen in Mittel- und Osteuropa ziehen polnische, österreichische, deutsche, ungarische und tschechische Literaturforscher eine Zwischenbilanz über die Bedeutung dieser politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen für die mitteleuropäische Literaturlandschaft. Die in diesem Band versammelten Stimmen gehen der Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven nach: Sie ergründen sowohl die Folgen der «Wende» für das Literaturschaffen (neue poetische Verfahrensweisen und Gattungen, neue Themenbereiche, neue Identitätsentwürfe) als auch die Thematisierungen der «Wende» in den Werken der SchriftstellerInnen aus Mittel- und Osteuropa sowie der ehemaligen DDR.

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Im Westen angekommen? Zu den Identitätsentwürfen in den Texten der deutsch-polnischen Migrantenautoren der Postwendezeit (Agnieszka Palej)

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Agnieszka Palej

Im Westen angekommen? Zu den Identitätsentwürfen in den Texten der deutsch-polnischen Migrantenautoren der Postwendezeit

Abstract: In der heutigen globalisierten Gesellschaft werden die traditionellen Konzepte von Nation, Kultur und Identität immer brüchiger. In der Postwendezeit mit ihrer Vielfalt an Identitätsentwürfen und kulturellen sowie sprachlichen Mehrfachzugehörigkeiten als einem prägenden Faktor von Gesellschaften stellen viele Kulturschaffende, darunter natürlich auch Schriftsteller, das Denken in nationalen Kategorien, die Koppelung von kultureller Identität an ein nationales Territorium, die Grenzen nationaler beziehungsweise kultureller Zuordnung sowie den nationalen Literaturbegriff in Frage. In Zeiten der Globalisierung und internationaler Zusammenschlüsse, in denen der Akzent auf Pluralität und Mehrfachzugehörigkeit als Befreiung gelegt wird, gewinnt der Begriff Identität (paradoxerweise) an Bedeutung, was aber auch verständlich erscheint: „Je verwischter und relativer die Grenzen zwischen den Kulturen sind, umso stärker wird die Sehnsucht nach einer klaren Beziehungsstruktur, nach einer Hausordnung, die die Räume im eigenen Haus genau benennt und zuweist.“1 In Texten von Autoren mit Migrationshintergrund, die einen festen Bestandteil der Gegenwartsliteratur bilden, kann man neben der Erfahrung der Migration bzw. des Exils, auch Thematisierungen eines Zustands der Fremdheit, kultureller Verpflanzung und Neuverortung sowie der Auseinandersetzung mit Fragen der nationalen und kulturellen Identität finden. Viele Autoren mit Migrationshintergrund wollen sich unter neuen kulturellen Bedingungen, in einer anderen Umwelt durchsetzen, sich im Kulturkreis der neuen Heimat positionieren oder vielleicht sogar ihre kulturelle Identität neu entwerfen, die...

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