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Die «Wende» von 1989 und ihre Spuren in den Literaturen Mittelosteuropas

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Alicja Krauze-Olejniczak and Sławomir Piontek

Ein Vierteljahrhundert nach den demokratischen Transformationen in Mittel- und Osteuropa ziehen polnische, österreichische, deutsche, ungarische und tschechische Literaturforscher eine Zwischenbilanz über die Bedeutung dieser politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen für die mitteleuropäische Literaturlandschaft. Die in diesem Band versammelten Stimmen gehen der Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven nach: Sie ergründen sowohl die Folgen der «Wende» für das Literaturschaffen (neue poetische Verfahrensweisen und Gattungen, neue Themenbereiche, neue Identitätsentwürfe) als auch die Thematisierungen der «Wende» in den Werken der SchriftstellerInnen aus Mittel- und Osteuropa sowie der ehemaligen DDR.

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Die deutsch-polnische „Beckeriade“: Artur Beckers Wenderomane (Alina Kuzborska)

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Alina Kuzborska

Die deutsch-polnische „Beckeriade“: Artur Beckers Wenderomane

Abstract: Artur Becker gehört zu den markantesten Autoren der interkulturellen Literatur in Deutschland. Er bezeichnet sich selbst als „polnischer Autor deutscher Sprache“ – mit 14 in deutscher Sprache verfassten Büchern1, die größtenteils polnische Themen betreffen, wurde er in seiner Wahlheimat bekannt. Die interkulturellen Ansätze einer Literatur, die zwar einen sprachlichen Wandel erlebte, aber inhaltlich sehr stark in der alten Heimat verwurzelt ist, sind bei Becker unverkennbar. Die besten Werke genuin nicht deutscher Autoren aus dem deutschsprachigen Raum werden mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Es hat sich in einem gewissen Sinne ein Chamisso-Autoren-Kreis herausgebildet. Seit 2009 gehört auch Artur Becker diesem prominenten Kreis an. 2012 wurde er mit dem DIALOG-Preis der Deutsch-Polnischen Gesellschaft e.V. ausgezeichnet. Die erwähnten Preise definieren ihn eindeutig als deutsch-polnischen Autor sowie als Grenzgänger und Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland. Seit dem Erscheinen der polnischen Übersetzungen seiner beiden Romane Kino Muza (2002) und Wodka und Messer. Lied vom Ertrinken (2008)2 etabliert er sich allmählich auch in seiner alten Heimat als „polnischer Autor deutscher Sprache“. In seinen Prosawerken sind einige leitmotivisch dargestellte Themenkreise zu vermerken, die ihn eigentlich zum „Autor eines Buches“ werden lassen. Dieses Buch – „die Bekeriade“ – betrifft nur eine Region, die er „Warmia und Masuren“ nennt. In dieser pikaresk beschriebenen Welt spielen Geschichten, in denen die gesellschaftlich-politische Situation des Landes aus der Sicht eines Emigranten diskursiv behandelt wird. Der Machtdiskurs Beckers liegt auf einer...

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