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Die «Wende» von 1989 und ihre Spuren in den Literaturen Mittelosteuropas

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Alicja Krauze-Olejniczak and Sławomir Piontek

Ein Vierteljahrhundert nach den demokratischen Transformationen in Mittel- und Osteuropa ziehen polnische, österreichische, deutsche, ungarische und tschechische Literaturforscher eine Zwischenbilanz über die Bedeutung dieser politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen für die mitteleuropäische Literaturlandschaft. Die in diesem Band versammelten Stimmen gehen der Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven nach: Sie ergründen sowohl die Folgen der «Wende» für das Literaturschaffen (neue poetische Verfahrensweisen und Gattungen, neue Themenbereiche, neue Identitätsentwürfe) als auch die Thematisierungen der «Wende» in den Werken der SchriftstellerInnen aus Mittel- und Osteuropa sowie der ehemaligen DDR.

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Zwischen Gehen und Bleiben. Bemerkungen zur friedlichen Revolution in der DDR (1989) aus (ost-)deutscher und polnischer literarischer Sicht (Hans-Christian Trepte)

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Hans-Christian Trepte

Zwischen Gehen und Bleiben. Bemerkungen zur friedlichen Revolution in der DDR (1989) aus (ost-)deutscher und polnischer literarischer Sicht

Abstract: Die friedliche Revolution in der DDR, fälschlicherweise nach Egon Krenz immer wieder als „Wende“ bezeichnet, kam einem wahren „Wunder biblischen Ausmaßes“ (Pfarrer Christian Führer) gleich. Sie führte über die kurze Zeit der eigenständigen Demokratisierung der DDR und dem Fall der Berliner Mauer zum baldigen Ende des ostdeutschen Unrechtstaates, zur unerwarteten Wiedervereinigung Deutschlands. All diese schicksalhaften Veränderungen müssen in einem engen Zusammenhang mit den gesellschaftpolitischen und ökonomischen Umwälzungen im östlichen Europa, vor allem in Polen, auch im Zusammenspiel der ungleichen oppositionellen Kräften, gesehen werden. Wie wurde die DDR (zumeist im Rückblick) aus der besonderen Sicht von deutschsprachigen und polnischen SchriftstellerInnen gesehen? Während die DDR in der Kultur, in der dokumentarische wie schöngeistigen Literatur, im Film und Theater im wiedervereinigten Deutschland bis heute ein zentrales Thema darstellt, spielen polnische Werke zu diesem Thema im gesamtdeutschen Bewusstsein eine zumeist untergeordnete Rolle, wurden nur wenig zur Kenntnis genommen. So schrieb der in Leipzig lebende polnische Vertragsarbeiter und Zeitzeuge, Henryk Sekulski, ein wichtiges, bisher (noch) nicht ins Deutsche übertragene Buch über die DDR und die Beziehungen zwischen Polen und DDR-Deutschen: Przebitka (2001). Aus der Feder der in Berlin lebenden Polonistin und Schriftstellerin Brygida Helbig Mischewski stammt ein inzwischen auch in deutscher Übersetzung vorliegendes wichtiges literarisches Werk: Ossis und andere Leute (2015), das mit viel...

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