Show Less
Restricted access

Die «Wende» von 1989 und ihre Spuren in den Literaturen Mittelosteuropas

Series:

Alicja Krauze-Olejniczak and Sławomir Piontek

Ein Vierteljahrhundert nach den demokratischen Transformationen in Mittel- und Osteuropa ziehen polnische, österreichische, deutsche, ungarische und tschechische Literaturforscher eine Zwischenbilanz über die Bedeutung dieser politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen für die mitteleuropäische Literaturlandschaft. Die in diesem Band versammelten Stimmen gehen der Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven nach: Sie ergründen sowohl die Folgen der «Wende» für das Literaturschaffen (neue poetische Verfahrensweisen und Gattungen, neue Themenbereiche, neue Identitätsentwürfe) als auch die Thematisierungen der «Wende» in den Werken der SchriftstellerInnen aus Mittel- und Osteuropa sowie der ehemaligen DDR.

Show Summary Details
Restricted access

Ein Zusammenprall der Kulturen? Die Wende aus der Perspektive der Nicht(West)Deutschen (Dorota Masiakowska-Osses)

Extract

| 125 →

Dorota Masiakowska-Osses

Ein Zusammenprall der Kulturen? Die Wende aus der Perspektive der Nicht(West)Deutschen

Abstract: Der Artikel analysiert zwei Werke deutscher Künstler mit Migrationshintergrund: den Roman Selam Berlin der deutsch-türkischen Autorin Yadé Kara (2003) und den Film Salami Aleikum des deutsch-iranischen Regisseurs Ali Samadi Ahadi (2009). Die untersuchten Werke bieten die Möglichkeit, die deutsche Revolution und ihre Folgen als keine rein deutsch-deutsche Angelegenheit aufzufassen und konkurrierende Geschichtsnarrative und Identitätskonzepte zu Wort kommen zu lassen. Ihre Figuren mit Migrationshintergrund, eine türkische Gastarbeiterfamilie aus West-Berlin und eine iranische Flüchtlingsfamilie aus Köln, präsentieren die Perspektive der Einwanderer auf den Mauerfall, die darauffolgende Vereinigung Deutschlands und ihre kurz- und langfristige Konsequenzen. Untersucht wird das Selbstbild der Protagonisten im Verhältnis zur Fremdwahrnehmung durch die zunehmend ethnisch kodierte neu zu schaffende Gemeinschaft der Ost- und Westdeutschen. Während sich die Migranten selbst als hybride Mitglieder der westdeutschen Gesellschaft empfinden, werden sie nach der politischen Wende 1989 von Deutschen immer mehr als Fremde wahrgenommen und mit alten Vorurteilen und Klischees konfrontiert. Im Fokus des Interesses stehen auch die Kontakte und das gespannte und zwiespältige Verhältnis zwischen Migranten und Ostdeutschen, bei dem die Problematik des Verlustes eine wichtige Rolle spielt.

The paper examines two works by foreign-born German authors: Yadé Kara’s novel Selam Berlin (2003) and Ali Samadi Ahadi’s comedy film Salami Aleikum (2009). The non-German families in the works, i.e. a Turkish guest worker family from...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.