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Die «Wende» von 1989 und ihre Spuren in den Literaturen Mittelosteuropas

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Edited By Alicja Krauze-Olejniczak and Sławomir Piontek

Ein Vierteljahrhundert nach den demokratischen Transformationen in Mittel- und Osteuropa ziehen polnische, österreichische, deutsche, ungarische und tschechische Literaturforscher eine Zwischenbilanz über die Bedeutung dieser politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen für die mitteleuropäische Literaturlandschaft. Die in diesem Band versammelten Stimmen gehen der Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven nach: Sie ergründen sowohl die Folgen der «Wende» für das Literaturschaffen (neue poetische Verfahrensweisen und Gattungen, neue Themenbereiche, neue Identitätsentwürfe) als auch die Thematisierungen der «Wende» in den Werken der SchriftstellerInnen aus Mittel- und Osteuropa sowie der ehemaligen DDR.

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Die „alt-neue“ Welt nach der „Explosion der Zeit“ 1989 in Jáchym Topols Roman Die Schwester (Gertraude Zand)

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Gertraude Zand

Die „alt-neue“ Welt nach der „Explosion der Zeit“ 1989 in Jáchym Topols Roman Die Schwester1

Abstract: Das politische Wendejahr 1989 bringt auch eine grundlegende Veränderung in der Poetik des tschechischen Schriftstellers Jáchym Topol. Davor hat der Autor Lyrik und Liedtexte geschrieben, danach verfasst er erzählende Prosatexte. Der erste große Roman, Die Schwester, thematisiert die gesellschaftlichen Transformationsprozesse in der postkommunistischen Ära. Der Held des Romans greift auf archaische Verhaltensmuster zurück, um in der neuen Zeit bestehen zu können. Erzählt wird seine Geschichte mithilfe eines Bewusstseinsstroms, in dem sich die Realität mit freien Assoziationen und Imaginationen verbindet. Durch die Kombination von archaischen Benennungen und Bildern mit postmodernen Erzähltechniken führt der Autor in eine Welt, die zugleich alt und neu ist.

The political changes of 1989 correspond with a fundamental change in Jachym Topol’s poetics. Having formerly been interested in writing poems and lyrics, the author now switches over to narrating prose texts. His first novel Sestra (City Sister Silver) broaches the issue of transformation processes in post-communist societies. In order to cope with the challenges of modern times, the novel’s main character falls back on archaic patterns of behaviour. His story is told by means of a stream of consciousness that combines free associations and visions. By linking archaic designations and images with post-modern narration techniques, the author leads his readers into a world which is old and new at...

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