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Die «Wende» von 1989 und ihre Spuren in den Literaturen Mittelosteuropas

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Edited By Alicja Krauze-Olejniczak and Sławomir Piontek

Ein Vierteljahrhundert nach den demokratischen Transformationen in Mittel- und Osteuropa ziehen polnische, österreichische, deutsche, ungarische und tschechische Literaturforscher eine Zwischenbilanz über die Bedeutung dieser politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen für die mitteleuropäische Literaturlandschaft. Die in diesem Band versammelten Stimmen gehen der Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven nach: Sie ergründen sowohl die Folgen der «Wende» für das Literaturschaffen (neue poetische Verfahrensweisen und Gattungen, neue Themenbereiche, neue Identitätsentwürfe) als auch die Thematisierungen der «Wende» in den Werken der SchriftstellerInnen aus Mittel- und Osteuropa sowie der ehemaligen DDR.

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Künstlerische Bilder umbenannter jüdischer Stadt- und Kulturräume nach der Wende (Joanna Roszak)

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Joanna Roszak

Künstlerische Bilder umbenannter jüdischer Stadt- und Kulturräume nach der Wende

Abstract: Das Grodzka-Tor, errichtet im 14. Jahrhundert als einer der ersten gemauerten Stadtbefestigungsbauten in Lublin, galt über Jahrhunderte hinweg als „Judentor“, weil es einen Durchgang zwischen der Altstadt und dem jüdischen Viertel bildete. Seit 1990 nutzt das Gebäude das Zentrum „Das Grodzka Tor – Theater NN“, das seine künstlerische Aufgabe darin sieht, den Überschuss der quälenden Leere nach den jüdischen Bewohnern Lublins zu beherrschen: Tomasz Pietrasiewicz bezeichnete die Arbeit des Zentrums als Ausführung des Ringelblum-Archivs. Die Autorin behandelt in ihrem Beitrag die Aktivitäten des Theaters NN, die an verlassenen Orten der einst multikulturellen Stadt Lublin veranstaltet wurden (Briefe an das Ghetto, Ein Land - Zwei Tempel, Lublin 43.000), und die von ihnen befolgten multisensorischen (haptischen, kinetischen, visuellen) Strategien. Im Fokus der Reflexion, deren Grundlage die Begriffe Spektralität und Aura bilden, steht allerdings die ehemalige Synagoge in Poznań, die während des Krieges von den Nazis in ein Schwimmbad verwandelt wurde. Die Bezugspunkte im Text sind dabei Lublin und Berlin.

The Grodzka Gate – NN Theatre Center in Lublin (located in the Grodzka Gate, also known as the Jewish Gate – a former passage between the Christian Old Town and the Jewish Quarter), which preserves the memory of the Jews, was established shortly after the 1989 transformations. The staff of the center tries to curb the excess of the nagging emptiness left...

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