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Die «Wende» von 1989 und ihre Spuren in den Literaturen Mittelosteuropas

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Alicja Krauze-Olejniczak and Sławomir Piontek

Ein Vierteljahrhundert nach den demokratischen Transformationen in Mittel- und Osteuropa ziehen polnische, österreichische, deutsche, ungarische und tschechische Literaturforscher eine Zwischenbilanz über die Bedeutung dieser politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen für die mitteleuropäische Literaturlandschaft. Die in diesem Band versammelten Stimmen gehen der Fragestellung aus unterschiedlichen Perspektiven nach: Sie ergründen sowohl die Folgen der «Wende» für das Literaturschaffen (neue poetische Verfahrensweisen und Gattungen, neue Themenbereiche, neue Identitätsentwürfe) als auch die Thematisierungen der «Wende» in den Werken der SchriftstellerInnen aus Mittel- und Osteuropa sowie der ehemaligen DDR.

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25 Jahre danach. Die Imponderabilien gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Wandlungsprozesse. Magdalena Kardach spricht mit den Schriftstellern Artur Becker und Dariusz Muszer über den demokratischen Wandel 1989 in Polen und Deutschland

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25 Jahre danach. Die Imponderabilien gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Wandlungsprozesse

Magdalena Kardach spricht mit den Schriftstellern Artur Becker und Dariusz Muszer über den demokratischen Wandel 1989 in Polen und Deutschland

Magdalena Kardach: Der demokratische Wandel in Polen und in Deutschland 1989. Aus welcher Perspektive haben Sie diesen Prozess gesehen?

Artur Becker: Das Jahr 1989. Da lebte ich bereits seit 4 Jahren in Deutschland. 1989, mit 21, machte ich mein Abitur und leistete meinen Ersatzwehrdienst ab. Für mich persönlich gab es diesen Wandel de facto nicht. Für mich begann dieser erst 1991, als zwischen Polen und Deutschland die Visumspflicht aufgehoben wurde. Nach den Erfahrungen des Kalten Krieges habe ich das, was in Polen geschieht, mit großer Skepsis betrachtet. Generell dachte ich mir, dass dies nur ein weiterer Betrug sein kann, denn man kann nicht plötzlich von so einem System zu etwas übergehen, was man Demokratie nennt. Meine Zweifel haben mich gleichzeitig in Schrecken versetzt, denn ich hatte irgendwie Angst um das Land, um die Menschen.

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