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Geschichte des Neukantianismus

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Andrzej J. Noras

Das Buch ist die erste systematische Bearbeitung der neukantianischen Philosophie. Eine der wichtigsten philosophischen Richtungen der Wende des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts stand im Mittelpunkt des Interesses und der Analyse, aber aus vielen Gründen wurde sie etwas vergessen. Erst in den 1980er-Jahren begann die Forschung zum Neukantianismus wieder. Der Bezugspunkt war der erste Versuch, den Neukantianismus zu kodifizieren, der 1923 in der von K.T. Österreich herausgegebenen Grundriss der Geschichte der Philosophie von F. Überweg gemacht wurde. So erhält der Leser einen Überblick über die wichtigsten Vertreter aller sieben neukantianischen Richtungen.

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5. Vor der Entstehung des Neukantianismus

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1825, ein Jahr vor Hegels Tod, schrieb Georg Anton Friedrich Ast (1776–1841) in der zweiten Auflage von seinem Grundriss der Geschichte der Philosophie über Kant: „Seine Philosophie ist kritisch; denn sie prüft die gegebene Philosophie und den philosophi(e)renden Geist selbst, um die Möglichkeit einer Metaphysik für die menschliche Vernunft zu erforschen.“819 Man muss die Zeit nach dem Tod von Hegel durchlaufen, um sich die Notwendigkeit der Rückkehr zu Kant zu vergegenwärtigen und dann den Neukantianismus zu bilden. Seit dem Tod von Hegel konnte man über die Rückkehr zu Kant immer mehr lesen. Marek Kazimierczak charakterisiert diese Zeit wie folgt: „[…] in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts versuchten die Philosophen wie Friedrich Eduard Beneke (1798–1854), Adolf Trendelenburg (1802–1872), Immanuel Hermann Fichte (1796–1879), Hermann Lotze (1817–1881), Gustav Theodor Fechner (1801–1887) und andere die Bedeutung und den Umfang des Begriffs der Philosophie so wie auch die Metaphysik neu zu bestimmen. In Zeiten der allgemeinen Abkehr der deutschen akademischen Philosophie vom Hegelschen Absolutismus dank diesen genannten Philosophen und ihren unmittelbaren Nachfolgern wurde ein Programm erstellt, das sich in erster Linie gegen die Voraussetzunglosigkeit der Philosophie gewendet hat und das auch die Rolle der sinnlichen Erfahrung in der Begründung der Philosophie verteidigt.“820

Man muss aber auf einige Daten hinweisen, die zur kantischen Bewegung im weiteren Sinne gehören, wenn es um die Ursprünge des Neukantianismus geht. Die kantische Bewegung bedeutet aber nicht...

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