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Geschichte des Neukantianismus

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Andrzej J. Noras

Das Buch ist die erste systematische Bearbeitung der neukantianischen Philosophie. Eine der wichtigsten philosophischen Richtungen der Wende des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts stand im Mittelpunkt des Interesses und der Analyse, aber aus vielen Gründen wurde sie etwas vergessen. Erst in den 1980er-Jahren begann die Forschung zum Neukantianismus wieder. Der Bezugspunkt war der erste Versuch, den Neukantianismus zu kodifizieren, der 1923 in der von K.T. Österreich herausgegebenen Grundriss der Geschichte der Philosophie von F. Überweg gemacht wurde. So erhält der Leser einen Überblick über die wichtigsten Vertreter aller sieben neukantianischen Richtungen.

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11. Die realistische Richtung

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11.1 Alois Riehl

Unabhängig von dem Streit um die Zugehörigkeit des einen oder anderen Philosophen zum frühen Neukantianismus oder zum „richtigen“ Neukantianismus gilt Alois Riehl als einer der ersten Vertreter des Neukantianismus. Die Auseinandersetzung um die Einteilung im Rahmen des Neukantianismus ist jedoch keine inhaltliche Auseinandersetzung in dem Sinne, dass sie die Wahrnehmung des Problems bestimmt, sondern nur darauf verweist, dass sie der gleichen Generation von Vertretern des frühen und des „richtigen“ Neukantianismus angehört. Wie bereits erwähnt wurde, ist es nicht einfach, wenn auf die Einschätzungen der Philosophie Riehls Bezug genommen wird, denn viele halten ihn nicht für einen Neukantianer. Von den polnischen Philosophen kategorisiert Władysław Tatarkiewicz Riehl in den Positivismus, ebenso wie Hermann Glockner; Tatarkiewicz nimmt den Positivismus jedoch so wahr, dass auch Denker wie Hans Vaihinger, Georg Simmel und Hans Cornelius dort ihren Platz haben.2192 Anders klassifiziert Maria Szyszkowska Riehl: Ihrer Meinung nach ist für ihn kein Platz im Rahmen einer realistischen Richtung und sie stellt ihn neben Bruno Bauch in eine Richtung, die aus bis zum Schluss unverständlichen Gründen als eklektisch bezeichnet wurde.2193 Interessant bei der Einteilung des Neukantianismus von Szyszkowska ist die wachsende Bedeutung realistischer Bestrebungen in Bezug auf Riehl. Sie klassifiziert Johannes Rehmke zur Badischen Schule gehörig. Das ist unverständlich, denn Rehmke erlangte seinen Doktortitel 1873 in Zürich, habilitierte sich 1884 in Berlin und war zwischen 1885 und 1921 Professor an der Universität Greifswald....

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