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Standardisierungsprozesse und Variation

Beiträge zur Engführung von Standardsprachenforschung und Variationslinguistik

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Edited By Paul Rössler

Sprachliche Standardisierung ist ohne Variation nicht denkbar. Erst durch das Vorhandensein von Varianten kann der Prozess der Standardisierung initiiert werden. Wie dieser Prozess erfolgt und welche linguistischen Modelle sich zu seiner Interpretation eignen, zeigt dieser Band. Die sieben Beiträge thematisieren anhand empirischer Daten aus den Domänen Schule, Universität und Internet Fragen zur Einstellung und Bewertung von Varietäten sowie zur Rolle der Demotisierung und Destandardisierung in der aktuellen Forschung. Damit trägt dieser Band dazu bei, die beiden etablierten Disziplinen der Standardsprachenforschung und der Variationslinguistik engzuführen.

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Konzeptualisierung der Demotisierung und Destandardisierung auf der Grundlage der Sprachmanagementtheorie (Vít Dovalil)

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Vít Dovalil

Konzeptualisierung der Demotisierung und Destandardisierung auf der Grundlage der Sprachmanagementtheorie

1 Einleitung. Ziel des Beitrags1

In zahlreichen Diskussionen mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz wird im westlichen Kulturkreis häufig auf Phänomene des politischen und ethischen Verfalls verwiesen, die für die heutige Epoche charakteristisch sein sollen. Der angebliche Sprachverfall gehört regelmäßig zu solchen Themen, die die Grenzen von Sprachgemeinschaften überschreiten (zur aktuellen Diskussion im Deutschen vgl. Plewnia/Witt 2014). Im Deutschen brauchen z. B. nur die Sprachnachrichten des Vereins Deutsche Sprache genannt zu werden, um den Eindruck zu bekommen, dass das Niveau der deutschen Gegenwartssprache bzw. des Sprachgebrauchs unaufhaltsam verfällt. Die englische Klage-Tradition (complaint tradition) stellt ein anderssprachiges Gegenüber eines solchen Diskurses dar (vgl. Curzan 2014 oder Milroy/Milroy 2012: 24–46). Sowohl in medialen Diskursen als auch in soziologischer Literatur (vgl. global Giddens 2011 oder mit soziolinguistischem Fokus Neustupný 2006, Deumert 2010: 258–260 und Sandøy 2013: 125, 148) werden Prozesse präsentiert und untersucht, die zeigen, wie in postmodernen Gesellschaften soziale Normen relativiert und aufgelockert werden und wie man viele Normen nicht mehr befolgen muss, weil es fast keine dermaßen mächtigen und einflussreichen Akteure mehr gibt, die die normgerechten Verhaltensweisen zu erwirken vermöchten.2 Dieses Verhalten geht mit ständigem Sprachwandel als einer der Formen des Sozialwan←135 | 136→dels einher. Armstrong/Mackenzie (2013: 169–192, 206) betonen in ihrer soziologisch geprägten Denkweise die Verflechtung des Sprachlichen und des Sozialen und machen auf die ideologisch...

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