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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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Martin Luther, ein Berserker vor dem Herrn? Narrative des populären Lutherfilms (Ralf Georg Czapla)

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Ralf Georg Czapla

Martin Luther, ein Berserker vor dem Herrn?Narrative des populären Lutherfilms

Abstract: Martin Luther has inspired film-makers more than any other figure in the history of the Reformation. Drawing on the competing genres of action and adventure film, movies have been produced in which Luther appears as a heroic rebel, fighting against the corrupt Roman Catholic Church. These productions have not only suffered from taking liberties with historical facts, but also from a lack of engagement with Luther’s theology, which is usually reduced to his German translation of the Bible and hence his promotion of literacy. How the reformer stood his ground at the Imperial Diet of Worms is most often the high point of modern films about Luther. In a comparison between two films by Irving Pichel (1953) and Eric Till (2003), this article will demonstrate the differences in dramatic representations of this historical moment.

1. Der historische Luther – auch heute noch filmwürdig?

Hand aufs Herz! Interessiert uns dieser Martin Luther wirklich? Gilt er uns 500 Jahre nach dem Thesenanschlag im „Land der Reformation“, wie führende Katholiken ihre Heimat zuweilen nennen,1 eigentlich noch als Leitfigur,2 zumal als positive, oder geht er uns (salopp gesagt) an jenem Körperteil vorbei, in das Luther der bislang letzten Verfilmung seines Lebens von 2003 zufolge der Blitz fuhr,3 den er als Zeichen eines göttlichen Auftrags deutete, sein Leben der Kirche zu weihen? Oder ist es...

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