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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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Die Cranach-Werkstatt, Luther und die deutsche Renaissance. Einige Anmerkungen zur Bildpraxis Lucas Cranachs des Älteren (1472–1553) (Perdita Ladwig)

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Perdita Ladwig

Die Cranach-Werkstatt, Luther und die deutsche Renaissance Einige Anmerkungen zur Bildpraxis Lucas Cranachs des Älteren (1472–1553)

Abstract: In art history, Lucas Cranach the Elder was long regarded as a second-rate German Renaissance artist. Recent approaches to re-evaluate Cranach, however, have reinstated him as a typical representative of German Renaissance art and have interpreted his work primarily in the context of his relationship to Martin Luther. However, this connection remains questionable because Cranach’s pictorial practice should rather be understood in the context of his workshop and of his position as a court painter.

1. Ein neuer Cranach

2015 war Cranach-Jahr: Vornehmlich hat es den 500. Geburtstag Lucas Cranachs des Jüngeren gefeiert – und dabei in Verbindung mit dem Themenjahr „Bild und Bibel“ im Rahmen der Lutherdekade dessen eigenständige Künstlerpersönlichkeit auch aufzuwerten gesucht. Freilich hat am Ende die Vielzahl der Ausstellungen weit mehr das Werk von Lucas Cranach d. Ä. in den Mittelpunkt gestellt und den Jüngeren eher als Schüler und Mitarbeiter seines Vaters einbezogen. Die anhaltende Popularität des älteren Cranachs wird jedoch nicht allein vom Luther-Jubiläum genährt, sondern erste Ansätze für eine Neubewertung dieses besonders produktiven und erfolgreichen Künstlers der Reformationszeit haben sich bereits lange vor diesem Großereignis abgezeichnet. Ein erster Schritt in diese Richtung war die von Dieter Koepplin und Tilman Falk kuratierte Ausstellung in Basel 1974.1 Die sich daran anschließende Forschung hat es seitdem unternommen, eine...

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