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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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„Werkzeug göttlicher Verkündigung“. Luthertum und Preußentum in Jochen Kleppers Königsroman „Der Vater“ (Jens Flemming)

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Jens Flemming

„Werkzeug göttlicher Verkündigung“ Luthertum und Preußentum in Jochen Kleppers Königsroman „Der Vater“

Abstract: Jochen Klepper’s novel Der Vater (The Father) from 1937 appears to be a historic novel at first glance, and the majority of his contemporaries also interpreted it as such. However, the author actually regarded it as a decidedly “Christian novel”, for he believed that a “Christian epic poet” had no other function than to be a “servant of God’s word” and a “tool of a divine proclamation”. Seen in this light, two key elements of Klepper’s work – Prussian values and Lutheranism – are explored and discussed in the context of the poet’s personal fate under the repressive conditions of the Nazi period.

1.

Im März 1940 veröffentlicht der Romancier und Kirchenlieddichter Jochen Klepper einen Aufsatz, und zwar den ersten und einzigen aus seiner Produktion, der programmatischen Charakter hat.1 Ort der Publikation ist ein christliches, an Katholiken wie an Protestanten gerichtetes Blatt namens Zeitwende, ursprünglich als Journal für „Wissenschaft, Kultur, Kirche“, nunmehr nur noch als „Monatsschrift“ firmierend. Ins Leben gerufen hatte es 1925 der evangelische Theologe Friedrich Langenfaß2 zusammen mit dem Journalisten Tim Klein, zeitweilig Redakteur bei den Münchener Neuesten Nachrichten,3 und dem Religionsphilosophen Otto Gründler, einige Jahre lang Schriftleiter der katholischen Kulturzeitschrift Hochland. 1941 mußte es eingestellt werden, weil das noch in der Weimarer Republik proklamierte, mit situationsbedingten Abstrichen nach wie vor gültige Ziel...

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