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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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Die Reformation und das Lutherbild des theologischen Rationalismus im Zusammenhang mit den Säkularfeiern von 1817. Ein Beitrag zur nicht nur pfälzischen Kirchengeschichte (Günter Kehrer)

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Günter Kehrer

Die Reformation und das Lutherbild des theologischen Rationalismus im Zusammenhang mit den Säkularfeiern von 1817 Ein Beitrag zur nicht nur pfälzischen Kirchengeschichte

Abstract: When Luther was honoured as a celebrated hero of faith at the three-hundred-year anniversary of the Reformation in 1817, this did not sit well with theological rationalism, which had already passed its zenith. While from an unbiased perspective, the reformer should have been included among the supernaturalists, the rationalist theologians tried to transform him into a rationalist of his time. Key points of controversy were the validity of the ecumenical denominations and the theory of justification, which was regarded as Biblical. An example for this was when the Pfälzer Unionskirche (Palatinate Union Church), which was born out of reformed and Lutheran churches through a kind of referendum, declared the different denominations to be “abolished” in its constitution. As a result, the rationalists lost a dispute with the orthodox highest church administration in Munich that had been raging for more than 30 years, and the attempt to establish a non-denominational Christianity failed.

Erinnerungsfeiern sind keine der Geschichtswissenschaft verpflichtete Betrachtungen vergangener Ereignisse, sondern Selbstdarstellung im Spiegel dieser Ereignisse. Die „großen Männer“ werden als Schöpfer und Garanten des Erreichten gefeiert. Das war bei den Feiern zum Reformationsfest 1817 so und wird sich 2017 nicht anders darstellen, wenn auch die fünfte Säkularfeier nach allem, was man hören kann, medial aufbereitet einen stärker...

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