Show Less
Restricted access

Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

Series:

Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

Show Summary Details
Restricted access

„Christus und die Ehebrecherin“ in Zeiten der Konfessionalisierung: Von Daniel Hopfer und der Schlosskapellenkanzel in Torgau bis zu Tintorettos „Adultera Chigi*“ (Sabine Engel)

Extract

Sabine Engel

„Christus und die Ehebrecherin“ in Zeiten der Konfessionalisierung: Von Daniel Hopfer und der Schlosskapellenkanzel in Torgau bis zu Tintorettos „Adultera Chigi*“

Abstract: While the motif of the adulteress in Christ and the Adulteress by Lucas Cranach can be regarded in the context of his “Protestant educational pictures”, this motif could also be found frequently in 16th century Venice, where it sometimes also conveyed a message of church reform. This was the case with the painting by Jacopo Tintoretto, which is rooted in Erasmus von Rotterdam’s writings, among other things. Furthermore, an adulteress (Adultera) by Daniel Hopfer – and not by Lucas Cranach – also served as a decisive model for the relief on the pulpit of the castle chapel in Torgau, and a criticism of the church can be found in corresponding representations by Niklaus Manuel Deutsch. Finally, the Adulteress was also interesting for Catholics like Albrecht von Brandenburg.

Bekanntlich ist die Kapelle von Schloss Hartenfels zu Torgau chronologisch gesehen nicht der erste evangelische Sakralbau. Seine überragende Bedeutung gewann er erst dadurch, dass Martin Luther ihn am 5. Oktober 1544 persönlich weihte und dann die Predigt hielt.1 Die Kanzel, die in allen protestantischen Konfessionen gegenüber dem Altar aufgewertet wurde,2 ist an der nördlichen Langseite am mittleren Wandpfeiler platziert und dürfte bereits zur Entstehungszeit „das markanteste←673 | 674→ Einzelobjekt“3 dieses Raums gewesen sein. Am Kanzelkorb finden sich drei von Simon Schröter (gest. 1568) gestaltete Reliefs, die in Leserichtung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.