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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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Friedrich von Spee, Martin Luther und die Macht der Bilder (Elmar Locher)

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Elmar Locher

Friedrich von Spee, Martin Luther und die Macht der Bilder

Abstract: Friedrich von Spee wrote three different works: The Cautio Criminalis, which is a work on law; the Güldene Tugend-Buch (The Golden Book of Virtues), which is a wholesome theological book; and the Trutznachtigall (The Rival Nightingale), a collection of poems. With the help of the imagination, it is possible to relate these works to each other and reveal how they form a meaningful, structured whole. The ability of the imagination to generate images also makes it possible to take a comparative approach to the iconoclastic controversy during the Reformation.

1.

1712 wird der reformierte Aufklärer Christian Thomasius in seinem Inquisitionsprozeß wieder die Hexen festhalten: „Es hat aber noch näher zu unserm Ziel geschossen, der auctor der Criminal-Caution von denen Processen wieder die Hexen […] [d]enn dieser hat die grosse Unbilligkeit des Inquisitionsprocesses wieder die Hexen so deutlich vor Augen geleget, daß die Vertheidiger desselben unter denen Protestanten sich billig schämen solten.“1 Schon in seiner vorausgehenden Abhandlung Vom Laster der Zauberey, die 1704 in deutscher Übersetzung erschienen ist (lat. De Crimine Magiae 1701), hat sich Thomasius darüber verwundert gezeigt, dass durch die Reformation den Hexenprozessen kein Ende gesetzt worden ist. Er sieht die Gründe dafür in der Verbindung der Reformation mit der politischen Macht zum einen, in den Vorurteilen Luthers, die noch von der Macht und Gewalt des Satans ausgehen, zum anderen....

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