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Bild, Affekt, Inventio

Zur «Johannespassion» Johann Sebastian Bachs

Benedikt Schubert

Auf Grundlage dreier Zentralbegriffe aus der Musikanschauung der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Bild, Affekt, Inventio) unternimmt der Autor eine Neuinterpretation der «Johannespassion» Johann Sebastian Bachs. Konsequent wird dafür zudem erstmalig versucht, eine Synthese aus Quellen der Musikästhetik und der Frömmigkeitspraxis der Zeit herzustellen. Dies führt in der Tat zu einer gänzlich neuen Sicht auf das exemplarisch untersuchte Werk und zur Rekonstruktion vieler jener Ideen, welche das Textverständnis der Zeit nahelegen.

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1. Einleitung

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1. Einleitung

Vorliegende Arbeit widmet sich der Johannespassion BWV 245 von Johann Sebastian Bach nach den Vorgaben einer historisch fundierten Hermeneutik. Anhand des untersuchten Werks soll praktisch demonstriert werden, welche Möglichkeiten des Verstehens ein konsequentes Einlassen auf die drei historisch belegten Zentralbegriffe der Hermeneutik – „Bild-Affekt-Inventio“ – sich bei der Analyse der geistlichen Vokalmusik Bachs eröffnen. Dass mit der Johannespassion ein Einzelwerk in den Mittelpunkt der Arbeit gestellt wird, ist rein pragmatischen Gründen geschuldet. So hätte auch die Matthäuspassion, das Weihnachtsoratorium, die h-Moll-Messe oder ein Kantatenjahrgang Johann Sebastian Bachs behandelt werden können, da die hier vorgestellte Herangehensweise an die geistliche Vokalmusik des Thomaskantors nach allgemeingültigen Kriterien konzipiert ist. Die Fokussierung auf ein Einzelwerk ermöglicht jedoch, die relevanten Quellen – gerade im Bereich der Exegese – sehr gebündelt miteinzubeziehen und soll es zudem dem Leser ermöglichen, an einem Werk die Erläuterungen sukzessive nachzuvollziehen. Die Zentralbegriffe (Bild, Affekt, Inventio) werden vorab anhand der Primärquellen im Kapitel 1.1 erläutert. Auf der Grundlage der Begriffe wird der relevante Forschungsstand rekapituliert (1.2) und am Schluss des propädeutischen Teils in die hinzugezogenen Quellen eingeführt (1.3). Ein gesondertes Kapitel zur Methodik wurde nicht konzipiert, da die Vorgehensweise durch die zentralen Grundbegriffe einerseits und den kritischen Durchgang durch die Forschungsgeschichte andererseits deutlich werden sollte. Eine strikte Trennung von „Forschungsstand“ und „Quellen“ erschien insbesondere im Bereich der „theologischen Bachforschung“ und der hinzugezogenen exegetischen Quellen nicht sinnvoll, weshalb es hier zu gewollten Überschneidungen und Querverweisen kommt.

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