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Geschichte in der Öffentlichkeit

Konzepte – Analysen – Dialoge

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Edited By Christine Gundermann, Wolfgang Hasberg and Holger Thünemann

Der anhaltende Geschichtsboom stellt die Historiker*innen in Forschung und Praxis vor neue Herausforderungen. Die Kommunikation von Geschichte im öffentlichen Raum ist inszeniert und zweckgebunden. An sie werden Vermittlungsansprüche gestellt und doch hat öffentliche Geschichte als Teil von gegenwärtigen Erlebniskulturen nicht länger die leitende gesellschaftliche Kraft, die ihr im ausgehenden 19. Jahrhundert noch zugesprochen wurde. Um die aktuellen medialen, materiellen und performativen Praktiken öffentlicher Geschichte besser zu verstehen, wenden sich die Beitragenden in diesem Band der kritischen Reflexion theoretischer Konzeptionen öffentlicher Geschichte wie der Erinnerungskultur, Geschichtskultur und des neuen Ansatzes der Public History zu. Sie stellen in einem zweiten Teil in Einzelanalysen ausgewählte Medien der Geschichte vor und präsentieren in einem dritten Teil Reflexionen aus der Praxis.

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Geschichtsdidaktische Perspektiven auf die Stärkung europäischer Bezüge in Museen. Zugänge des EU-Projekts „EuroVision – Museums Exhibiting Europe“ (EMEE)

Susanne Popp

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Abstract: Der Beitrag erläutert ein auf geschichtsdidaktischer Grundlage beruhendes Konzept zur mehrschichtigen und multiperspektivischen Präsentation von Objekten in historischen Museen. Dieses Konzept des „Change of Perspective“ wurde im Rahmen eines vierjährigen EU-Projekts als genuiner Beitrag zur Stärkung der europäischen Perspektive insbesondere für jene Geschichtsmuseen entwickelt, die von ihrem Auftrag her der lokalen, regionalen und nationalen Geschichte und Identität verpflichtet sind. Es wurde in den beteiligten Nationalmuseen und damit verbundenen Partnermuseen erfolgreich erprobt.

Keywords: Historisches Museum, Perspektivenwechsel, Europa, Geschichtsdidaktik

Im Mai 2017, in Zeiten einer höchst virulenten Europa-Skepsis, wurde in Brüssel das „Haus der Europäischen Geschichte“1 eröffnet, das, initiiert vom Europäischen Parlament, erklärtermaßen das Ziel verfolgt, die historische Bedeutung des europäischen Integrationsprozesses stärker als bisher im Bewusstsein der europäischen Bürger*innen zu verankern und auf diese Weise einen Beitrag zur Festigung der kollektiven europäischen Identität in der Bevölkerung der Mitgliedsstaaten zu leisten.

Das neue Museum, das auf keine eigenen Bestände zurückgreifen kann, bietet in seiner Dauerausstellung eine primär auf das 19. und 20. Jahrhundert konzentrierte Darstellung der europäischen Geschichte. Diese versteht sich insofern als trans- beziehungsweise postnational, als sie eine Addition von Nationalgeschichten vermeidet und sich vor allem auf europäische Gemeinsamkeiten konzentriert, das heißt auf solche Phänomene der ←197 | 198→europäischen Geschichte, die – der Tendenz nach – überall in Europa wirksam waren und auch heute noch...

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