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Von der Scharia zum modernen Rechtsstaat

Unter besonderer Berücksichtigung der Haymatlozen

Alexandra Üner

Das Buch beschäftigt sich mit der türkischen Rechtsgeschichte, beginnend im Osmanischen Reich bis zur Entstehung des modernen türkischen Rechtswesens. Die Autorin untersucht dabei insbesondere die Mitwirkung emigrierter deutschsprachiger Juristen nach 1933, der sogenannten «Haymatlozen». Dadurch kann sie die Bedeutung der ausländischen Wissenschaftler für die Transformierung des Rechtswesens, die Neugestaltung der Rechtsordnung durch die Übernahme fremden Rechts sowie die Genese des modernen türkischen Rechtsstaates analysieren.

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I. Einleitung

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I.   Einleitung

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde im Zuge der Umsetzung des Vertrages von Lausanne am 24. Juli 19231 – als Gegenleistung für die Aufhebung der Kapitulationen – die Türkei völkerrechtlich dazu verpflichtet, die durchdringende Neuordnung der Rechtsordnung vorzunehmen.2

Als Folge dieser Entwicklung fand ein dynamischer Prozess der Transformierung vom islamischen Sultanat in eine laizistische Demokratie statt, initiiert durch den ersten Präsidenten der jungen Republik, Mustafa Kemal Atatürk (1881–1938)3.

Um das Land „dem Ideal des Zeitalters“4 entsprechend in einen modernen Nationalstaat zu verwandeln, musste unter anderem das Rechts- und Justizwesen des Osmanischen Reiches, welches jahrhundertelang durch das islamische Recht geprägt worden war, in Kürze durch eine moderne Gesetzgebung ersetzt werden. Da dieses System sowohl als Religion als auch als Gesellschaftsordnung bzw. Staatsform eine besondere Rolle inne hatte,5 gestaltete sich die Orientierung an westlichen Vorbildern, als Kraftakt.

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