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Von der Scharia zum modernen Rechtsstaat

Unter besonderer Berücksichtigung der Haymatlozen

Alexandra Üner

Das Buch beschäftigt sich mit der türkischen Rechtsgeschichte, beginnend im Osmanischen Reich bis zur Entstehung des modernen türkischen Rechtswesens. Die Autorin untersucht dabei insbesondere die Mitwirkung emigrierter deutschsprachiger Juristen nach 1933, der sogenannten «Haymatlozen». Dadurch kann sie die Bedeutung der ausländischen Wissenschaftler für die Transformierung des Rechtswesens, die Neugestaltung der Rechtsordnung durch die Übernahme fremden Rechts sowie die Genese des modernen türkischen Rechtsstaates analysieren.

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5 Türkei, wohin gehst du?

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5   Türkei, wohin gehst du?

5.1   Schlussbetrachtung

Die Alleinherrschaft Mustafa Kemals ist nicht zu vergleichen mit anderen Diktaturen der klassischen Antike. Vielmehr ging es bei seinen Reformen darum, eine politische Basis schaffen, um das Gleichgewicht der Nation zu wahren.852 Seine Vorbilder waren die französischen Philosophen des revolutionären Zeitalters. Die Idee der Französischen Revolution faszinierte und bestärkte ihn beim Aufbau einer modernen, freiheitlichen und zivilisierten Gesellschaft. Aus heutiger Sicht scheinen seine Maßnahmen diktatorisch, gegen den Willen der Bevölkerung aufoktroyiert worden sein. Vielmehr ist es aber so, dass mit Hilfe der kemalistischen Prinzipien der Richtungswechsel nach Europa seinen Anfang nahm.853

Während im Osmanischen Reich das islamische Recht noch die vorherrschende Rechtsgrundlage darstellte, nahm nach der Republikgründung mit der Einführung des weltlichen Rechts durch die integrierenden Rechtsrezeptionen und Kodifikationen, die Genese des modernen Rechtsstaates ihren Anfang.

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