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Deutschsprachige Kinder- und Jugendliteratur während der Zwischenkriegszeit und im Exil

Schwerpunkt Österreich

Susanne Blumesberger and Jörg Thunecke

Der Sammelband enthält Texte von internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich mit deutschsprachiger, vor allem österreichischer Kinder- und Jugendliteratur im Zeitraum von 1918 bis 1945 befassen. Kinder- und Jugendliteratur erfüllt nicht nur unterschiedliche pädagogische Funktionen; es lassen sich auch divergente gesellschaftspolitische Strömungen ausmachen: Waren in den 1920er Jahren in Österreich starke aufklärerische Tendenzen zu beobachten, wurden diese im austrofaschistischen »Ständestaat« und unter dem Nationalsozialismus durch fremdenfeindliche, nationalistische Tendenzen zurückgedrängt oder auch verboten. Die Autorinnen und Autoren diskutieren in der Zwischenkriegszeit erschienene sowie im Exil entstandene Kinder- und Jugendliteratur. Dabei stehen vor allem die Produktionsbedingungen, die jeweiligen thematischen Schwerpunkte, die Illustrationen sowie die Verbreitung und Rezeption dieser Literatur im Vordergrund.

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Die Militarisierung der Jugendliteratur 1933–1945 (Murray G. Hall)

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Murray G. Hall

Die Militarisierung der Jugendliteratur 1933–1945

Abstract: Dealing with past wars and the colonial era was a fixture in German-language literature for young people prior to 1933, but after Hitler’s rise to power it became increasingly instrumentalized and part of a conscious effort to groom young people for war. Not surprisingly, almost all the major children’s literature publishing houses jumped on the lucrative bandwagon and expanded existing programmes and created others. This article focuses on the history and programmes of a number of important publishing firms in the years 1933 to 1945 and highlights their importance for the youth literature market.

Ein gewiss unvollständiger Überblick meinerseits über die Forschung zum Thema Kinder- und Jugendliteratur in der NS-Zeit, also im Zeitraum dieser Tagung, zeigt, dass der Schwerpunkt auf einzelnen Werken oder einzelnen Autoren zu liegen scheint. Was in meinen Augen noch fehlt, ist eine Annäherung an das Thema von einer anderen Perspektive, nämlich von der der Vermittlungsinstanzen, sprich der Verlage. Wenig erforscht erscheinen mir die Geschichte der Jugendbuchverlage einerseits sowie die Militarisierung und zugleich die Instrumentalisierung der Jugendliteratur andererseits. Einige Ansätze dazu sind in einem Ausstellungskatalogbeitrag von Petra Josting aus dem Jahr 2000 zu finden.1 Das Spektrum der Jugendliteratur 1933–1945, d.h. vor allem die historische Erzählliteratur, ist breit und umfasst u.a. die Kolonialliteratur (als besondere Form der zeitgeschichtlichen Erzählung), Werke im Dienst der Wehrerziehung, Werke über den Ersten Weltkrieg, das Geschichtsbild Hitlers...

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