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Das zeitgenössische Bilderbuch

Didaktische Chance und Herausforderung in der elementarpädagogischen Ausbildung

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Eva-Maria Dichtl

Die Studie widmet sich der Bedeutung von (angehenden) Fachkräften für kindliche Rezeptionsprozesse im institutionalisierten Kontext der Elementar- und Kindheitspädagogik. Dabei wertet die Autorin das unterschätzte Medium Bilderbuch auf, dessen verengte Wahrnehmung oftmals den didaktischen Mehrwert auch auf Seiten der pädagogischen Fachkräfte übersieht. Auf wissenschaftlicher Ebene fokussiert die Studie eine empirisch fundierte Theoriebildung zur Rolle von Fachkräften im kindlichen Rezeptionsprozess von Bilderbüchern. Mithilfe von Daten- und Methodentriangulation wirft die Autorin einen mehrperspektivischen Blick auf stabile Seh- und Rezeptionsgewohnheiten und damit verbundene handlungswirksame Theorien von Erwachsenen über den Gegenstand und dessen Vermittlung im institutionellen Kontext. Den praktischen Ertrag bildet die Konzeption von Modulen zur wissenschaftlichen Weiterbildung und in der akademischen Ausbildung.

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10 Ausblick

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10 Ausblick

Um den Ausblick und Schlussfolgerungen meiner Arbeit herzuleiten, komme ich auf den empirischen Teil der Exploration zurück. Die zentrale These meiner Theoriebildung lautet:

Habitualisierte Seh- und Rezeptionsgewohnheiten von (angehenden) Literaturvermittlerinnen in Kindertageseinrichtungen verhindern den offenen, experimentellen Umgang mit ästhetisch anspruchsvollen Bilderbüchern. Chancen, vertiefte literarische und bildliche Lernprozesse zu initiieren, werden nicht genutzt.

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass kindliches Rezeptionserleben im institutionellen Kontext vom Kind, vom Gegenstand, aber auch in hohem Maße vom Vermittler durch Auswahl und Art und Weise der Vermittlung konstituiert wird. Für das Gelingen eines Rezeptionsprozesses sind folglich unterschiedliche Wirkungskomplexe beim Medium selbst, dem Kind und dem Erwachsenen sowie den jeweiligen Kontexten verantwortlich, die sich nicht einzeln und isoliert voneinander betrachten lassen. Kindliche Rezeptionsprozesse sind komplexe Situationen, in denen Erwachsene als Erzähler, Vorleser, Kommentatoren, Dialogpartner und emotionale Bezugspersonen vielfältige Rollen einnehmen müssen. Vermittlungshilfen und -strategien wie beiläufige Aufmerksamkeitslenkung, erklärende Kommentierung, dialogische Zuwendung und subtile Hinweise können vertieftes Rezeptionserleben und eine Erweiterung des Deutungshorizontes fördern. Die Frage „Wie viel Instruktion braucht das Bilderbuch?“ lässt sich demnach nicht abschließend beantworten, da sie von variierenden Kontextfaktoren abhängig ist, die in künftigen Forschungen zu kindlichen Rezeptionsprozessen noch stärker berücksichtigt werden müssen.

Weiter wäre zu untersuchen, ob sich die Merkmale der kontrastiven Fallbeispiele zwischen subjektiver und professioneller Perspektive als Typen beschreiben lassen. Dies müsste anhand einer größeren qualitativ angelegten Fallstudie und...

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