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Theater als Dispositiv

Dysfunktion, Fiktion und Wissen in der Ordnung der Aufführung

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Edited By Lorenz Aggermann, Georg Döcker and Gerald Siegmund

Die Normen, Strategien und Regierungsformen des Theaters genauso kenntlich zu machen wie sein Ereignis, seinen Überschuss oder sein Scheitern – das ist die Herausforderung, die sich mit Michel Foucaults Dispositiv-Konzept für jede Betrachtung des Theaters stellt. Der Band «Theater als Dispositiv» versammelt Beiträge aus Philosophie, Soziologie, Theologie, Medien-, Film- und Theaterwissenschaft, die alle auf Foucault antworten, indem sie je unterschiedlich die Ordnung der Aufführung in ihrer historischen Dynamik, vor allem aber im Hinblick auf Dysfunktion, Fiktion und Wissen skizzieren. Das antike, das moderne und das zeitgenössische Theater finden darin ebenso ihren Auftritt wie die Illusion oder die Szenographie, Kleist und Kubrick, die Figur des Harlekins oder das Theater der Theorie.

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Die Performance in ihrem Element (Dirk Baecker)

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Dirk Baecker

Die Performance in ihrem Element

Abstract: With performances theatre turns self-referential without ceasing to be about the fate of human beings, their world, their intrigues and their desires. Any element of what Foucault understood as an “ensemble of heterogeneous elements”, that is as a dispositif, in a performance is looked into as a possible instance of “form”, that is of self-reference combined with reference.

Der Begriff des Dispositivs

Der Begriff des Dispositivs hält im Werk von Michel Foucault eine selbstreferentielle Wendung fest, die sich auch in anderen seiner Arbeiten, am deutlichsten in Vorträgen, Aufsätzen und Interviews rund um die „Hermeneutik des Subjekts“1, zu erkennen gibt. Zielt der Begriff des „Diskurses“ noch primär auf die Einheit der Differenz, auf das Spiel von Macht und Wissen der Anderen, denen der Wunsch, „nicht so sehr regiert zu werden“,2 nur kritisch gegenübergestellt wird, so geht es spätestens seit dem dritten Band von Sexualität und Wahrheit um die Sorge um sich selbst, le souci de soi.3 Die Ambivalenz bleibt freilich erhalten. Die Sorge um sich kann sich jederzeit als Resultat einer Macht und eines Wissens der Anderen erweisen, als Produkt eines Diskurses, in den man längst investiert hat, ohne es zu wissen, oder in dem man selbst ein Einsatz ist, investiert von anderen. Man kommt ihm nur auf die Spur, wenn man sich ihm zu entziehen sucht.

Das Dispositiv...

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