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Theater als Dispositiv

Dysfunktion, Fiktion und Wissen in der Ordnung der Aufführung

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Edited By Lorenz Aggermann, Georg Döcker and Gerald Siegmund

Die Normen, Strategien und Regierungsformen des Theaters genauso kenntlich zu machen wie sein Ereignis, seinen Überschuss oder sein Scheitern – das ist die Herausforderung, die sich mit Michel Foucaults Dispositiv-Konzept für jede Betrachtung des Theaters stellt. Der Band «Theater als Dispositiv» versammelt Beiträge aus Philosophie, Soziologie, Theologie, Medien-, Film- und Theaterwissenschaft, die alle auf Foucault antworten, indem sie je unterschiedlich die Ordnung der Aufführung in ihrer historischen Dynamik, vor allem aber im Hinblick auf Dysfunktion, Fiktion und Wissen skizzieren. Das antike, das moderne und das zeitgenössische Theater finden darin ebenso ihren Auftritt wie die Illusion oder die Szenographie, Kleist und Kubrick, die Figur des Harlekins oder das Theater der Theorie.

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Was einem Dispositiv notwendig entgeht, zum Beispiel Kleist (Ulrike Haß)

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Ulrike Haß

Was einem Dispositiv notwendig entgeht, zum Beispiel Kleist

Abstract: Using Heinrich von Kleist as her example Ulrike Haß conceives of the dispositif primarily as a medial constellation. Leaving aside its strategic and power political implications, she transfers the model of the dispositif into the world of the arts. Haß argues against the reduction of the theatre (as a dispositif) to an answer to a social problem. For her, theatre is always more than a simple reaction to a problem, a fact that can also be seen in the traditional and reductive notion of the performance. With Kleist’s Guiskard fragment Haß shows how the theatre escapes being arrested as and within a dispositif.

Der Terminus ‚Dispositiv‘ gehört im Französischen zu den Alltagsvokabeln und bezeichnet dort eine Anordnung von Kräfteverhältnissen, unter deren Voraussetzung ‚etwas in Angriff genommen‘ wird. Michel Foucault hat diesen Begriff präzisiert und in ein Verhältnis zur Macht gesetzt: Dispositive als je spezifische historische-gesellschaftliche Ordnungen von Sichtbarem und Sagbarem prozessieren im Verlauf einer Äußerungsbemühung Wissen und Subjektivierung. Die gelungene Äußerung, eine Repräsentation, wird durch ein Netzwerk von Relationen zwischen Räumen, Diskursen, Ordnungen des Sichtbaren und weiteren Elementen sowohl ermöglicht, als auch vermittelt. Dispositive als „Strategien von Kräfteverhältnissen, die Arten des Wissens unterstützen und von diesen unterstützt werden“1, stellen mithin Regime der Macht dar. Die starken strategischen Anteile dieses Dispositiv-Begriffs finden sich...

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