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Theater als Dispositiv

Dysfunktion, Fiktion und Wissen in der Ordnung der Aufführung

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Edited By Lorenz Aggermann, Georg Döcker and Gerald Siegmund

Die Normen, Strategien und Regierungsformen des Theaters genauso kenntlich zu machen wie sein Ereignis, seinen Überschuss oder sein Scheitern – das ist die Herausforderung, die sich mit Michel Foucaults Dispositiv-Konzept für jede Betrachtung des Theaters stellt. Der Band «Theater als Dispositiv» versammelt Beiträge aus Philosophie, Soziologie, Theologie, Medien-, Film- und Theaterwissenschaft, die alle auf Foucault antworten, indem sie je unterschiedlich die Ordnung der Aufführung in ihrer historischen Dynamik, vor allem aber im Hinblick auf Dysfunktion, Fiktion und Wissen skizzieren. Das antike, das moderne und das zeitgenössische Theater finden darin ebenso ihren Auftritt wie die Illusion oder die Szenographie, Kleist und Kubrick, die Figur des Harlekins oder das Theater der Theorie.

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Theologie und Dispositiv. Hermeneutische Überlegungen zu einem komplexen Zusammenhang am Beispiel der Sünde (Christian Berkenkopf)

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Christian Berkenkopf

Theologie und Dispositiv. Hermeneutische Überlegungen zu einem komplexen Zusammenhang am Beispiel der Sünde

Abstract: Catholic Theology benefits from Foucault’s dispositif idea because it allows controlled access to historically contingent events and thus the reflection on the correlation of social structure and semantics, in this study exemplified by the biblical concept of sin.

Dispositiv und Theologie – ein komplexer Zusammenhang

Die Begriffe Dispositiv und Theologie in einem Zusammenhang zu nennen, führt unmittelbar zum Kern des Problems. Die Frage ist nämlich, ob das Dispositiv-Konzept in der Theologie sinnvoll verwendet werden kann – und ob man es überhaupt verwenden darf. Gerade letzteres stimmt misstrauisch und bedarf der Erläuterung. Deshalb sind zunächst einige hermeneutische Überlegungen zum Verhältnis von Theologie und Dispositiv-Konzept anzustellen, bevor die Frage in den Blick kommen kann, warum gerade die Sünde unter der Kategorie des Dispositivs geführt werden kann. Ich tue dies im Folgenden unter Berücksichtigung der Aspekte von Aufgabe, Vereinbarkeit und Wirkung des Dispositiv-Konzepts für die Theologie. Und wenn ich von Theologie spreche, so beziehe ich mich nach Art einer Fallstudie auf die katholische Theologie.

Das Dispositiv-Konzept als Aufgabe der Theologie

Ist, erstens, das Dispositiv als Begriff und Konzept überhaupt anwendbar, und worin liegen seine Vorteile? Es darf anfangs vermutet werden, dass es Diskurse und Machtmechanismen gibt, die einerseits die Theologie bestimmt und die andererseits die Theologie selbst bestimmen, ohne dass sie vielleicht darum...

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