Show Less
Restricted access

Nonverbale Interaktion deutscher und marokkanischer Studierender

Fallstudien zur interkulturellen Kinesik

Series:

Yassir El Jamouhi

Die Studie befasst sich mit der interkulturellen nonverbalen Interaktion zwischen deutschen und marokkanischen Studierenden. Hierfür untersucht der Autor authentische interkulturelle Interaktionssituationen mit Mitteln der linguistischen Gesprächs- und Interaktionsanalyse. Im Fokus der Analyse steht das Bewegungsverhalten (Kinesik) der Interaktanten. Unter funktionalen Gesichtspunkten betrachtet der Autor sowohl die interaktionsregulierende und beziehungsgestaltende Dimension des nonverbalen Verhaltens als auch dessen Verhältnis zu sprachlichen Äußerungen. Hierbei thematisiert er Multimodalität, Multifunktionalität, Polysemie und Kulturbedingtheit nonverbaler Verhaltensweisen und liefert erstmals systematische Ergebnisse zur interkulturellen deutsch-marokkanischen Kinesik.

Show Summary Details
Restricted access

6. Kinesik in der Interaktion deutscher und marokkanischer Studierender aus der Perspektive der einzelnen kinesischen Displays

Extract

6. Kinesik in der Interaktion deutscher und marokkanischer Studierender aus der Perspektive der einzelnen kinesischen Displays

Grundlage der vorliegenden Fallstudie bilden komplexe und multimodale Interaktionssituationen zwischen einem deutschen und einem marokkanischen Studenten im Hochschulkontext. Im vorangegangenen Kapitel wurde das kinesische Verhalten des deutschen und des marokkanischen Studenten aus funktionaler Perspektive betrachtet. Aus der Analyse ergaben sich relevante Ergebnisse bezüglich der Funktionen des kinesischen Verhaltens der beiden Sprecher. Diese betreffen insgesamt drei grundlegende Dimensionen. Erstens wurde untersucht, wie die Sprecher die Interaktion durch kinesische Elemente und Strategien regulieren. Dabei stellte sich heraus, dass die kinesische Interaktionsregulation alle Phasen der Interaktion betrifft, wobei sich die Interaktionsmitte insbesondere durch Sprecherwechsel- und Rückmeldeverhalten als kinesische Regulationsstrategien regulieren lässt. Zweitens wurde das kinesische Verhalten der Interaktanten im Hinblick auf dessen Verhältnis zum sprachlichen Bedeutungsinhalt untersucht. Hierbei haben sich zwei Grundfunktionen herausgebildet: Die Illustration und die Modifikation des Bedeutungsinhalts, welche jeweils drei Dimensionen aufweisen. So kann die illustrierende Funktion kinesischen Verhaltens den Bedeutungsinhalt amplifizieren, substituieren oder antizipieren, während die modifizierende Funktion den Bedeutungsinhalt verstärken, verhüllen oder ihn durch ein kinesisches Selbstkorrekturelement korrigieren kann.

Abschließend wurde (drittens) das kinesische Verhalten der Interaktanten hinsichtlich des Beziehungsaspektes in der Interaktion analysiert. In Anlehnung an Goffmans Konzept der Imagearbeit und dessen Unterscheidung von rituellen Interaktionen (bestätigende und korrektive) wurde das kinesische Verhalten der Interaktanten auf Zuvorkommenheitsstrategien und Vermeidungsstrategien hin ausgewertet. So erwiesen sich Kontaktaufnahme, Begrüßung und Vorstellung, höfliches Angebot, interpersonale Distanzregulierung, Aufmerksamkeitsbezeugung, Zustimmung, Empathie und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.