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Das Hohelied im Konflikt der Interpretationen

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Ludger Schwienhorst-Schönberger

Das Buch analysiert kritisch den vorherrschenden Konsens, das Hohelied (Canticum) als Sammlung profaner Liebeslieder zu verstehen. Intertextualität und Rezeptionsästhetik lassen das traditionelle metaphorisch-religiöse Verständnis des Buches in einem neuen Licht erscheinen. Die altorientalische Liebeslyrik liefert weitere Argumente für diese offene Sicht. Ob das allegorische Verständnis des Hoheliedes als Ausdruck der Liebe zwischen Gott und Israel der ursprünglich intendierten Bedeutung entspricht, bleibt umstritten. Die Beiträge der Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen katholischen Alttestamentlerinnen und Alttestamentler im Jahre 2015 in Wien vermitteln einen lebendigen Eindruck von der neu aufgebrochenen Diskussion.

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Das Hohelied im Kontext akkadischer Liebeslyrik (Martti Nissinen)

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| 89 →

Martti Nissinen, Helsinki

Das Hohelied im Kontext akkadischer Liebeslyrik*

Abstract: The article gathers the available evidence for love poetry in the Akkadian language, observing parallelities with the Song of Songs that could help to understand the Song of Songs as another specimen of ancient Near Eastern love poetry and as an example of ancient Eastern Mediterranean cultural interaction.

Das Hohelied ist nicht nur die einzige Sammlung von Liebesgedichten in der hebräischen Bibel, sondern es ist auch der einzige im Altertum geschriebene Vertreter der Liebeslyrik auf Hebräisch, der der Nachwelt erhalten geblieben ist. Die Eigenartigkeit des Hoheliedes in seinem sprachlichen und literarischen Kontext bedeutet allerdings nicht, dass es eine Besonderheit in seiner kulturellen und geschichtlichen Umwelt gewesen sei. Im Gegenteil steht uns ein reichhaltiges, wenn auch relativ heterogenes Material an Liebespoesie aus dem alten ostmediterranen Kulturkreis zur Verfügung. Eine Vielfalt an Parallelen zum Hohelied ist aus der ägyptischen, der mesopotamischen (sumerischen und akkadischen) und der griechischen Literatur ans Licht gebracht worden. Daraus ergibt sich die Frage, ob die Parallelen auf eine ostmediterrane kulturelle Wechselwirkung zurückzuführen sind. Ich möchte in diesem Artikel anhand einer Fallstudie zur akkadischen Liebeslyrik und zum Hohelied Argumente vortragen, die für die These sprechen, dass das Hohelied eines von vielen Beispielen altostmediterraner Liebeslyrik ist.

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