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Die operative Fallanalyse im Strafprozess

Ein Beitrag zur Dogmatik der persönlichen Beweismittel

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Frederike Stinshoff

Die operative Fallanalyse ist eine relativ neue Form des kriminaltechnischen Sachbeweises. Die Rechtsprechung der letzten Jahre zeigt ein wachsendes Bedürfnis an der gerichtlichen Verwertung ihrer Ergebnisse, gleichzeitig aber auch große Unsicherheiten bei ihrer prozessualen Einordnung. Dieses Buch erläutert das Vorgehen der polizeilichen Fallanalytiker und die angewendeten Methoden, die mit dem aus Film und Fernsehen bekannten «Profiling» wenig gemein haben. Nach der Darstellung der persönlichen Beweismittel und ihrer Abgrenzung voneinander untersucht die Autorin, ob die von Rechtsprechung und Literatur vorgenommene Einordnung der polizeilichen Fallanalytiker als Zeuge beziehungsweise Sachverständige zutreffend ist oder ob nicht eine Verwertung durch Verlesung eines Behördengutachtens erfolgen muss.

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1. Kapitel: Einleitung

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1.  Kapitel: Einleitung

Die „Explosion der Erkenntnisse über naturwissenschaftliche Themen und die Fortschritte der psychologischen Diagnostik“1 sowie die zunehmende Komplexität der Verfahrensmaterie führten in den letzten Jahrzehnten zu einem deutlichen Anstieg des Stellenwerts des Sachverständigenbeweises.2 Das gilt insbesondere auch für den Bereich des kriminaltechnischen Sachbeweises, der regelmäßig durch die entsprechenden Dienststellen der Strafverfolgungsbehörden erbracht wird. Die Kriminaltechnik dient dem Entschlüsseln von Spuren am Tatort zur Unterstützung der Ermittlungen.3

Eine vergleichsweise neue Form4 des kriminaltechnischen Sachbeweises ist die sogenannte operative Fallanalyse.5 Dabei handelt es sich um eine von einer FBI-Methode abgeleitete Form der Ermittlungsunterstützung, die vom Bundeskriminalamt weiter entwickelt wurde.

Durch die Unterhaltungsindustrie hat die FBI-Methode, die im allgemeinen Sprachgebrauch als „Profiling“ bekannt ist, in Filmen und Serien wie „Das Schweigen der Lämmer“ (1991), „Profiler“ (1996–2000) und „Criminal Minds“ (seit 2005) große Aufmerksamkeit erfahren. Dabei steht regelmäßig das Erkennen des Täters durch einzelne Akteure mit teilweise parapsychologischen Fähigkeiten im Vordergrund.

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