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Kaisertum, Papsttum und Volkssouveränität im hohen und späten Mittelalter

Studien zu Ehren von Helmut G. Walther

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Edited By Stephan Freund and Klaus Krüger

Kaisertum, Papsttum und Volkssouveränität im hohen und späten Mittelalter sind zentrale Aspekte des wissenschaftlichen Œuvres von Helmut G. Walther. Aus methodisch und inhaltlich ganz unterschiedlichen Perspektiven wenden sich die einzelnen Autoren in ihren Beiträgen diesen Themen zu und bringen damit zugleich ihre langjährige Verbundenheit mit Helmut G. Walther zum Ausdruck. Die deutsche Königserhebung, das Verhältnis des Papsttums zu den deutschen Fürsten, die politische Theorie Wilhelm von Ockhams, die Symbolik des Reichs in Hansestädten, der Beitrag scholastischer Theologen zum werdenden Staat der Moderne sowie Wissen als soziales System stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen.

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Zur Symbolik des Reichs in Hansestädten und hansischen Niederlassungen (Klaus Krüger)

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Klaus Krüger

Zur Symbolik des Reichs in Hansestädten und hansischen Niederlassungen*

Das Jahr 1356 kann in mehrfacher Hinsicht als ein Schicksalsjahr für die Hanse angesehen werden: Zum einen wird mit diesem Jahr der Beginn regelmäßiger Tage der Städtehanse angesetzt, wodurch der Hansetag bekanntlich „zum leitenden Organ der Gemeinschaft“ wurde, wie es Philippe Dollinger formulierte1. Zum anderen ließ Kaiser Karl IV. in diesem Jahr mit der Goldenen Bulle eine Art Grundgesetz des Reiches ausfertigen, das nicht nur das Kollegium der königswahlberechtigten Fürsten für die Zukunft festschrieb, sondern auch jedwede conspiratio […] inter civitatem et civitatem, die nicht der Aufrechterhaltung des Landfriedens diente, untersagte2. Die Hanse verstieß also gewissermaßen von Beginn an und nun fortdauernd gegen ein Reichsgesetz, was sie in der Folge unter permanenten Rechtfertigungsdruck setzte3. Dies gilt es zu berücksichtigen, wenn im folgenden nach Außenwirkung und Selbstdarstellung hansischer Städte und Einrichtungen gefragt wird und dabei Wappen und andere symbolische Manifestationen untersucht werden4. ← 93 | 94 →

Als Quelle zu diesem Thema bieten sich zunächst jene berühmten juristischen Gutachten aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts an, die klären sollten, was denn die Hanse war. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie in einer Defensivsituation verfertigt wurden: Vertretern zumeist westeuropäischer Mächte, die über klar umrissene Vorstellungen von Staatlichkeit verfügten, sollte verdeutlicht werden, dass die Hanse eben keine festgeschriebene Gemeinschaft war, die für ihre einzelnen Mitglieder Verantwortung...

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