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Kaisertum, Papsttum und Volkssouveränität im hohen und späten Mittelalter

Studien zu Ehren von Helmut G. Walther

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Edited By Stephan Freund and Klaus Krüger

Kaisertum, Papsttum und Volkssouveränität im hohen und späten Mittelalter sind zentrale Aspekte des wissenschaftlichen Œuvres von Helmut G. Walther. Aus methodisch und inhaltlich ganz unterschiedlichen Perspektiven wenden sich die einzelnen Autoren in ihren Beiträgen diesen Themen zu und bringen damit zugleich ihre langjährige Verbundenheit mit Helmut G. Walther zum Ausdruck. Die deutsche Königserhebung, das Verhältnis des Papsttums zu den deutschen Fürsten, die politische Theorie Wilhelm von Ockhams, die Symbolik des Reichs in Hansestädten, der Beitrag scholastischer Theologen zum werdenden Staat der Moderne sowie Wissen als soziales System stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen.

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Die scholastischen Theologen und der werdende Staat der Moderne (Jürgen Miethke)

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Jürgen Miethke

Die scholastischen Theologen und der werdende Staat der Moderne

Helmut G. Walther hat sich in vielfältigen Anläufen immer wieder förderlich mit dem Beitrag beschäftigt, den mittelalterliche scholastische Juristen bei der Entstehung und Entwicklung des Staates und seiner Theorie geleistet haben. Diese Frage ist angesichts des „Juristenmonopols“ der Politik, das bis zur Gegenwart immer noch spürbar ist, gewiss plausibel genug. Was aber hat der werdende Staat der Moderne mit Theologie oder gar mit Theologen zu tun? Handelt es sich bei dieser Frage nicht etwa nur um die mittelalterlichen Eierschalen, die der neuzeitliche Staat aus seiner feudalen Vorgeschichte noch mit sich in seine Zukunft schleppen musste? Wenn wir diese Frage, die im Titel meines Beitrags1 zum Festkolloquium aus Anlass von Helmut Walthers Eintritt in das Reich der Freiheit anklingt, umkehren, so nähern wir uns dem historischen Problem: Was haben die Theologen der Scholastik mit dem werdenden Staat zu tun? Ich möchte auf einige spezifische Zusammenhänge aufmerksam machen und den eigenen Beitrag zeigen, den theologische Theorie zur spätmittelalterlichen Theoriebildung des Staates geleistet hat. Angesichts der Kürze der Zeit kann das nur fragmentarisch und in Andeutungen geschehen, doch soll das das Phänomen wenigstens anleuchten.

In Fragen der Politiktheorie gab es, das wissen wir, an den spätmittelalterlichen Universitäten dauerhaft einen heftigen Streit der Fakultäten. Da bestritten Artisten und Theologen den Juristen die Kompetenz zu eigentlich „wissenschaftlicher“ Behandlung politischer Fragen,...

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