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Gott bleibt Israel treu

Die Bundesbeziehung Gottes zu Israel im Sinaibund als Argumentationsgrundlage in Römer 9–11

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Benjamin Lange

Die Kapitel 9–11 des Römerbriefes sind für die Frage nach der Bedeutung Israels im Neuen Testament von zentraler Bedeutung. In welcher Weise Paulus dabei das Alte Testament verwendet, ist in der Forschung jedoch umstritten. In dieser Studie wird anhand der Zitate aus dem Kontext des Sinaibundes untersucht, inwieweit Paulus auf die alttestamentlichen Aussagen zur Bundesbeziehung Gottes zu Israel zurückgreift. Dazu wird die Bundesbeziehung in ihrem alttestamentlichen Kontext, ihrer Rezeption im Frühjudentum und schließlich in ihrer argumentativen Funktion in Röm 9–11 analysiert. Es zeigt sich, dass die alttestamentlichen Kernaussagen zur Bundesbeziehung Paulus weitreichend geprägt haben und wesentlich der Überzeugung sind, dass Gott Israel nicht verstoßen hat.

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2. Abgrenzung und methodischer Aufbau der Studie

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2. Abgrenzung und methodischer Aufbau der Studie

In diesem Kapitel werden Konsequenzen aus dem in Kapitel 1 gegebenen und bewusst breit angelegten Forschungsüberblick im Hinblick auf die Begründung der vorliegenden Studie (Abschnitt 2.1), ihre genaue inhaltliche Abgrenzung (Abschnitt 2.2) sowie der verwendeten Methoden (Abschnitt 2.3) gezogen. Der daraus resultierende Aufbau der Studie sowie das konkrete Vorgehen in der Analyse der Bundesbeziehung des Sinaibundes im zweiten und dritten Hauptteil wird am Ende dieses Kapitels in einer konzentrierten Darstellung zusammengefasst (Abschnitt 2.4).

2.1. Die Notwendigkeit der Studie motiviert aus der Forschungslage

Im Forschungsüberblick zum Sinaibund in der alttestamentlichen Wissenschaft sind nach der Zusammenfassung in Abschnitt 1.6 mehrere hervorstechende Züge zu bemerken: Der Sinaibund ist in der alttestamentlichen Darstellung als „Bund“ vor dem altorientalischen Hintergrund zu verstehen. Dabei konstituiert der Bundesschluss des Sinaibundes eine Bundesbeziehung zwischen Gott und Israel als Volk, die in starker Kontinuität zum Abrahambund einerseits und zum Neuen Bund aus Jer 31,31–34 andererseits steht und vom mosaischen Gesetz als eigentlichem Bundesinhalt zu unterscheiden ist. Insbesondere in der biblischen Theologie des Alten Testaments ist in den letzten Jahrzehnten deutlich herausgearbeitet worden, dass diese Bundesbeziehung das Gesetz als Bundesinhalt und Vertragsbestimmung insoweit transzendiert, als sie unverbrüchlich ist und bedingungslos von Gottes Seite garantiert wird. Zenger fasst diese Akzentsetzung als Ergebnis der alttestamentlichen Wissenschaft zusammen:

Der „Bundesschluss“ ist ein Handeln Gottes, durch das er eine „Bundesbeziehung“ zu seinem Bundesvolk Israel schafft. Auch in jenen Texten, in denen...

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