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Gott bleibt Israel treu

Die Bundesbeziehung Gottes zu Israel im Sinaibund als Argumentationsgrundlage in Römer 9–11

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Benjamin Lange

Die Kapitel 9–11 des Römerbriefes sind für die Frage nach der Bedeutung Israels im Neuen Testament von zentraler Bedeutung. In welcher Weise Paulus dabei das Alte Testament verwendet, ist in der Forschung jedoch umstritten. In dieser Studie wird anhand der Zitate aus dem Kontext des Sinaibundes untersucht, inwieweit Paulus auf die alttestamentlichen Aussagen zur Bundesbeziehung Gottes zu Israel zurückgreift. Dazu wird die Bundesbeziehung in ihrem alttestamentlichen Kontext, ihrer Rezeption im Frühjudentum und schließlich in ihrer argumentativen Funktion in Röm 9–11 analysiert. Es zeigt sich, dass die alttestamentlichen Kernaussagen zur Bundesbeziehung Paulus weitreichend geprägt haben und wesentlich der Überzeugung sind, dass Gott Israel nicht verstoßen hat.

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10. Die Bundesbeziehung in Röm 10

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10. Die Bundesbeziehung in Röm 10

Mit Röm 9,30–10,21 beginnt ein zweiter Teil der groß angelegten Argumentation in Röm 9–11 (Gadenz 2009, 136).505 Der Neuansatz in Röm 9,30 wird dabei durch die Frage Ti, ou=n evrou/menÈ markiert. Mit der Partikel ou=n wird angezeigt, dass der Gedankengang aus 9,1–29 nun in schlussfolgernder Weise konzentriert wird, wobei sich durch die Häufung des Lexems dikaiosu,nh in Röm 9,30–10,10 zugleich eine neue Akzentsetzung abzeichnet (Wilk 2010, 253).506 Diese besteht in dem Paradoxon, dass die Nationen eine Gerechtigkeit erlangt haben, die heilsgeschichtlich Israel präjudiziert ist (9,30), während Israel selbst nicht zu dieser Gerechtigkeit gelangt ist (Schleritt 2010, 296 f.). Thematisch wird von dorther in Röm 10 das Fehlverhalten Israels und seine Verantwortung betont. Im Gegensatz zur theologisch konzentrierten Argumentation von Röm 9,1–29 ist der erste Teil von Röm 10 (V. 1–13) deutlich christologisch orientiert (Gadenz 2009, 136). In 10,1–8 finden sich mit Lev 18,5; Dtn 9,4 und Dtn 30,12–14 drei Zitate aus dem direkten Kontext des Bundes, von denen insbesondere das letzte für die Bundesbeziehung Israels von großer Bedeutung ist. Der zweite Teil von Röm 10 (V. 14–21) stellt in funktionaler Hinsicht die rhetorischen Figur einer fortgesetzten avnadi,plwsij dar, bei der sich das Argument durch transitive Fortsetzung eines Gliedes aus dem vorhergehenden...

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