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Rechnungslegung in wirtschaftlichen Krisenzeiten

Eine empirische Analyse der bilanzpolitischen Einflussnahme mittelständischer Unternehmen vor einer Insolvenz

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Bastian Rausch

Wirtschaftliche Krisenzeiten können dem Management Anreize geben, die rechnungslegungsbasierte Kommunikation des Unternehmens zu beeinflussen. Die zunehmende Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren neue Möglichkeiten für die Analyse und den Nachweis des eingesetzten bilanzpolitischen Instrumentariums eröffnet.

Der Autor führt auf Basis eines triangulatorischen Ansatzes eine umfassende Analyse der mehrperiodigen bilanzpolitischen Einflussnahme mittelständischer Unternehmen vor einer Insolvenz durch. Zu diesem Zweck erfolgt nach einer modelltheoretischen Potenzialanalyse eine qualitative und quantitative empirische Untersuchung der eingesetzten Bilanzpolitik. Die Ergebnisse der Arbeit dienen Lehrenden und Forschenden wie auch Entscheidungsträgern im deutschen Mittelstand.

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1 Einleitung

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1.1 Problemstellung und Zielsetzung Globale Wirtschaftskrisen, fehlerhaftes Management, Finanzierungslücken und viele weitere Faktoren können bei Unternehmen unterschiedlichster Größenord- nungen und Branchen zu wirtschaftlichen Krisensituationen führen. Gelingt es den Unternehmen nicht die Krise zu überwinden, bleibt oftmals die Insolvenz als einzige Option. In vergangener Zeit hat insb. die Finanzmarktkrise wie auch die europäische Schuldenkrise die Diskussion um Unternehmensinsolvenzen und deren Ursachen und Vermeidungsstrategien erneut entflammt. Dessen ungeachtet sind Unterneh- menskrisen jedoch kein neues Phänomen. Die Krise wird allgemein als Notsituation verstanden, in welcher die Existenz des Unternehmens gefährdet ist.1 Sofern diese nicht überwunden werden kann und einer der Insolvenztatbestände Zahlungsun- fähigkeit oder Überschuldung erfüllt ist, folgt unweigerlich die Insolvenz. Im Jahr 2015 mussten in der Bundesrepublik Deutschland 23.123 Unternehmen die Insolvenz beantragen,2 woraus für die Insolvenzgläubiger ein geschätzter Schaden in Höhe von 19,6 Milliarden Euro entstanden ist.3 Meist dienen die aus der Rechnungslegung durch den Jahresabschluss bereitgestell- ten Informationen Gläubigern als entscheidender Anhaltspunkt zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens. Wird den Gläubigern aufgrund negativer Zahlen eine Krise des Unternehmens angedeutet, kann dies dazu führen, dass Liefe- ranten das Unternehmen nicht mehr ausreichend mit Waren beliefern und Probleme bei der Kapitalbeschaffung auftreten. Nicht-kapitalmarktorientierte, meist dem Mittel- stand zuzurechnende Unternehmen, sind in Deutschland sehr stark von Bankkrediten abhängig.4 Seit der Einführung von Basel II wird bei der Kreditvergabe und Festlegung der Kreditkonditionen dem durch die Banken angewandten Unternehmensrating, die Rolle des...

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