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Rechnungslegung in wirtschaftlichen Krisenzeiten

Eine empirische Analyse der bilanzpolitischen Einflussnahme mittelständischer Unternehmen vor einer Insolvenz

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Bastian Rausch

Wirtschaftliche Krisenzeiten können dem Management Anreize geben, die rechnungslegungsbasierte Kommunikation des Unternehmens zu beeinflussen. Die zunehmende Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren neue Möglichkeiten für die Analyse und den Nachweis des eingesetzten bilanzpolitischen Instrumentariums eröffnet.

Der Autor führt auf Basis eines triangulatorischen Ansatzes eine umfassende Analyse der mehrperiodigen bilanzpolitischen Einflussnahme mittelständischer Unternehmen vor einer Insolvenz durch. Zu diesem Zweck erfolgt nach einer modelltheoretischen Potenzialanalyse eine qualitative und quantitative empirische Untersuchung der eingesetzten Bilanzpolitik. Die Ergebnisse der Arbeit dienen Lehrenden und Forschenden wie auch Entscheidungsträgern im deutschen Mittelstand.

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5 Modelltheoretische Betrachtung einer mehrperiodigen bilanzpolitischen Einflussnahme in Krisenzeiten

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5.1 Entscheidungsmodell einer mehrperiodigen Bilanzpolitik 5.1.1 Grundmodell bilanzpolitischer Planung Voraussetzung für eine optimale Planung und systematische Ausnutzung der bi- lanzpolitischen Manövriermasse über mehrere Perioden ist ein zugrunde liegendes Planungsmodell. Für eine operationalisierbare Entscheidungsfindung ist eine ver- einfachende Abbildung der Realität unabdingbar. Modelle zeichnen sich per Defi- nition durch genau diese Eigenschaft der Komplexitätsreduktion aus.695 Werden die Prämissen des jeweiligen Modells weitgehend deckungsgleich mit der betrieblichen Realität gewählt, können Planungsmodelle in der Lage sein, dem Entscheidungsträ- ger die Konsequenzen der von ihm zu fassenden Entschlüsse zu signalisieren.696 Das Entscheidungsmodell versucht dahingehend die zieloptimale Lösung von Problem- stellungen auf Basis von Vereinfachungen herbeizuführen.697 Für die Eingrenzung der Entscheidungsfindung sind Präferenzrelationen zu bestimmen, welche in die vier Kategorien Höhen-, Arten-, Zeit- und Risikopräferenz eingeteilt werden.698 Die Höhenpräferenz legt die Ausprägungsrichtung der Zielgröße fest, während die Artenpräferenz das hierarchische Verhältnis bei Zielkonflikten bestimmt. Die Vorteilhaftigkeit einer Maßnahme in Abhängigkeit der zeitlichen Realisierung wird durch die Zeitpräferenz ausgedrückt. Darauf aufbauend berücksichtigt die Risikopräferenz die Entscheidung unter Beachtung der Ungewissheit zukünftiger Umweltentwicklungen.699 Anschließend sind im Entscheidungsfeld die Menge der Handlungsalternativen zu bestimmen, künftige Umweltzustände abzuwiegen und auf Basis dieser die Ergebnisfunktion abzuleiten.700 Entscheidungsmodelle können in Simultan- und Sequentialmodelle unterteilt werden. Während simultane Mo- dellansätze alle Bestandteile des Entscheidungsmodells gleichzeitig bestimmen, werden bei Anwendung von Sequentialmodellen die Aktionsparameter sukzessive 695...

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