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Wort und Wortarten aus Sicht der gesprochenen Sprache

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Viktória Dabóczi

Trotz der langen Tradition und ihrer zentralen Rolle in der Grammatikschreibung gelten Wort und Wortarten als problematische Einheiten. Die Autorin greift die Kategorien umfassend auf und strebt eine Neuperspektivierung der Klassifikationen mit Berücksichtigung der gesprochenen Sprache an. Als Grundlage für dieses Vorhaben ist die Erarbeitung der Basis unentbehrlich. Ausgehend von den Merkmalen der konzeptionellen Mündlichkeit erarbeitet die Autorin die inhaltlichen Merkmale des Wortes aus der Sicht der gesprochenen Sprache und sucht die formale Realisierung zur Inhaltsseite. Sie zeigt, dass vieles, was man mit dem traditionellen Wortbegriff assoziiert, bei diesem Identifikationsprozess ausgeblendet werden muss.

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1. Einführung

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„Es gibt nicht eine „richtige” Einteilung der Wortarten, sondern viele mögliche. Welche Klassifikation jeweils angemessen ist, bestimmt sich im Grunde genommen aus dem Ziel, das der Klassifizierende verfolgt.”

(Knobloch 1986: 38)

1. Einführung

Vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Thematik von Wort und Wortarten erneut aufzugreifen. Die Erforschung der Wortarten blickt auf eine lange Geschichte1 zurück (vgl. Schoemann 18622, Schaeder/Knobloch 1992, Kaltz 2000, Ehlich 2007b) und das Wortartenkonzept bildet bis heute eine grundlegende Klassifikations- sowie Beschreibungsebene der Grammatikschreibung (vgl. auch Hennig/Buchwald-Wargenau 2010). Trotz der langen Tradition des Themas findet man in verschiedenen Ansätzen kürzere oder längere Problemlisten in Bezug auf die Wortartenklassifikationen (vgl. Rauh 2000: 485)3, was signalisiert, dass bisher keine allgemeingültige Wortartenklassifikation konzipiert werden konnte. Wenn man sich unter allgemeiner Gültigkeit ein universal geltendes Wortartensystem4 vorstellt, ist die Aufgabe selbstverständlich noch schwieriger, als würde man sich←13 | 14→ lediglich auf eine Einzelsprache konzentrieren5. Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, ob es im Hinblick auf die bisherige Wortartentradition eine sinnvolle Zielsetzung wäre, eine allgemeingültige Wortartenklassifikation (ginge es dabei nur um die Berücksichtigung einer Sprache) anzustreben. Dies würde bedeuten, dass es möglich wäre, zumindest für jede Einzelsprache eine einzig „richtige” Wortartenklassifikation abzuleiten. Dass dies nicht der Fall ist, zeigt sich einerseits in der Geschichte des Problems der Wortarten (vgl. Schaeder/Knobloch 1992) und andererseits in neueren Ansätzen, in denen das Wortartenkonzept in seinem jetzigen...

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