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Venire contra factum proprium

Herkunft und Grundlagen eines sprichwörtlichen Rechtsprinzips

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Lisa Isola

Dieses Buch untersucht die Herkunft des Verbots von «venire contra factum proprium». Ausgehend von den mittelalterlichen «Brocardica» wird die Quellenbasis analysiert, auf welche der berühmte Satz vom verbotenen Selbstwiderspruch gestützt wurde. Die herangezogenen Quellen entstammen zum Großteil dem «Corpus Iuris Civilis» und enthalten in erster Linie «Fallrecht». Der Beitrag der Juristen des Mittelalters besteht im Auffinden des dahinterstehenden Wertungsgesichtspunktes sowie in der Ausbildung abstrakter Abgrenzungskriterien. Die Autorin vereint beide Aspekte in einem komplexen Ansatz, um zu einem besseren Verständnis der Grundlagen des Rechts beizutragen.

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V. Argumenta in den Brocardica aurea

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1. Argumenta pro Die nun folgenden Kapitel sollen die Texte näher beleuchten, die in den Bro- cardica aurea als Beleg für die Aussage „Venire contra proprium factum nulli conceditur“ angeführt werden. Dabei wird auch die Reihenfolge beibehalten, in der die Stellen dort genannt werden. Die Kapitelüberschriften 1 bis 27 in diesem Abschnitt geben demgemäß jeweils das Zitat unter Auflösung der Allegation sowie schlagwortartig das Thema des behandelten Textes wieder. 1.1. C. 12, q. 2, c. 18: Aneignung von Kirchengut durch Geistliche C. 12, q. 2, c. 18. Res ecclesiae episcopus alienare uel usurpare non presumat. Item in Concilio Leonis Papae IV. III. Pars. Monemus et inrefragabiliter affirmamus, ut nullus episcoporum uel sacerdotum rem tituli sui usurpare presumat, sed neque salarium a Christianis sanctis locis oblatum causa amicitiae, uel timoris, aut muneris pertemptet auferre, ne ecclesia Dei ad nichilum redigatur. Quod qui facere presumpserit episcopus uel sacer- dos, canonicam sine dubio subeat ultionem, et quod ecclesiae iniuste ablatum est reddere conpellatur, ita ut deinceps nullas uires pro his ad litigandum uel possidendum habere possint.1 C. 12, q. 2, c. 18. Kirchengüter zu veräußern oder anzueignen soll ein Bischof nicht wagen. Ebenso im Konzil von Papst Leo IV. 3. Teil. Wir ermahnen und bekräftigen unverbrüchlich, dass keiner der Bischöfe oder Priester es wagen soll, eine Sache im eigenen Namen an sich zu bringen, aber auch kein Lohn, der an heiligen christlichen Orten aus Gründen der Freundschaft angeboten wird oder aus...

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