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Politische Repräsentation und vorgestellte Gemeinschaft

Demokratisierung und Nationsbildung in Luxemburg (1789–1940)

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Michel Dormal

Anhand zahlreicher Quellen schildert der Autor die Wechselwirkung zwischen Demokratisierung und Nationsbildung in Luxemburg im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sein Befund: Die Nation entstand nicht aus einer ursprünglichen Einheit, sondern aus dem politischen Konflikt heraus. Der lange Kampf um die politische Repräsentation schuf eine neue Vorstellung von Gemeinschaft. Worin die Identität dieser Gemeinschaft besteht, bleibt in der Demokratie aber immer umstritten. Knapp hundert Jahre nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts und der Volkssouveränität bietet das Buch damit zugleich die erste umfassende Geschichte der «demokratischen Revolution» in Luxemburg.

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Vorbemerkung

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Das vorliegende Buch liefert nicht nur einen Beitrag zur Erforschung der Nationsbildung, sondern auch die erste umfassende Darstellung der demokratischen Revolution in Luxemburg. Der Begriff der demokratischen Revolution – er geht ursprünglich auf Tocqueville zurück – meint dabei nicht primär umstürzlerische Aktionen, sondern vor allem eine langfristige, strukturelle Umwälzung der Grundlagen des Zusammenlebens. Dieser Begriffsverwendung liegt eine bestimmte Theorie der Demokratie und der Politik zugrunde, die im zweiten Kapitel des Buches nur kurz zusammengefasst wird.

Einige Leserinnen und Leser wünschen sich vielleicht eine eingehendere theoretische Klärung solcher Grundbegriffe. Diesem Wunsch komme ich gerne nach, muss aber um etwas Geduld bitten. Das vorliegende Buch enthält nämlich nur eine Hälfte meiner Dissertation, die zwischen 2009 und 2014 an den Universitäten Luxemburg und Trier entstand. Genauer gesagt, enthält es diejenigen Kapitel, die sich mit der Geschichte Luxemburgs befassen. Die stärker theoretischen Teile, in denen ich die politische Repräsentation in ideengeschichtlicher und grundsätzlicher Hinsicht diskutiere und verschiedene Konzepte der Nationstheorie vergleiche, werden im Laufe des Jahres 2017 in einem zweiten Buch gesondert publiziert. Bis dahin muss ich den interessierten Leser auf die diversen Aufsätze und Artikel verweisen, die ich zu diesen Fragen im Laufe der Jahre bereits veröffentlicht habe.

Mein Dank gilt dem Fonds National de la Recherche (FNR), der mein ursprüngliches Forschungsprojekt mit einer „Aide à la Formation-Recherche“ förderte, den Herausgebern der Buchreihe ‚Études Luxembourgeoises‘ sowie meinen ehemaligen Kolleginnen und Kollegen...

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