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Identität und Wissen in ausgewählten Werken Elie Wiesels und William Styrons

(Wissens-)Grenzen des Selbst

Magdalena Fober

Wie soll die Erinnerung an den Holocaust zukünftig gestaltet werden? Vor dem Hintergrund dieser Frage untersucht die Autorin Wissen und Identität in den Werken Wiesels und Styrons. Sie entwirft ein Analysemodell, das verschiedene Formen des Wissens sowie Ebenen und Methoden der Wissenstransformation in literarischen Schriften mit den Identitätstheorien George Herbert Meads und Stuart Halls verbindet. Dadurch wird sichtbar, welche Wissensarten sich in den Texten identifizieren lassen und welchen interpretatorischen Mehrwert sie im Hinblick auf menschliche Identität aufweisen. Das Buch macht deutlich, dass in der Holocaustliteratur noch Forschungslücken bestehen und dass die Aufarbeitung dieser Problematiken ein Weg sein kann, dem «Verblassen der Vergangenheit» entgegenzuwirken.

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V. Fazit

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V. Fazit

Nach Abschluss der exemplarischen Analyse der Werke Night und The Trial of God von Elie Wiesel sowie des Romans Sophie’s Choice von William Styron möchte ich nun noch einmal auf den in der Einleitung besprochenen Aufsatz “At the Mind’s Limits” des Holocaust-Überlebenden Jean Améry zurückkommen. Der österreichische Schriftsteller argumentiert in seinem Text, dass der Bildungshorizont und die intellektuelle Grunddisposition des Häftlings im Konzentrationslager weder den Alltag noch das Überleben erleichtert haben (vgl. Améry 15). Vielmehr initiierte das Versagen der eigenen Wissensbestände vor der Realität einen Prozess der Selbstzerstörung, da der ‘Intellektuelle’ weder auf logische Denkmuster noch auf individuelle Wissenskontingente zurückgreifen konnte, um die Geschehnisse zu erklären oder in einen Sinnzusammenhang zu stellen (vgl. Améry 10).

Not only was rational-analytic thinking in the camp and particularly in Auschwitz, of no help, but it led straight into a tragic dialectic of self-destruction. What I mean is not difficult to explain. First of all, the intellectual did not so easily acknowledge the unimaginable conditions as a given fact as did the nonintellectual. Long practice in questioning the phenomena of everyday reality prevented him from simply adjusting to the realities of the camp, because these stood in all-too-sharp a contrast to everything that he had regarded until then as possible and humanly acceptable. As a free man he always associated only with people who were open to humane and reasonable argumentation, and he absolutely did not...

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