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Gesundheit – Vom (bio)technologischen, (eigen)verantwortlichen, fairen und realistischen Umgang

Günter Alwin Müller

Dieses Buch untersucht ausgewählte ethische Aspekte im Umgang mit Zivilisationskrankheiten, die während der Erforschung, Prädiktion, Diagnose und Therapie dieser Krankheiten sowohl theoretisch als auch praktisch von großer Bedeutung sind. Die Untersuchung geht davon aus, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte die moderne biomedizinische Forschung magische Vorstellungen durch ein exakt zu vermessendes und beschreibbares Weltmodell ersetzt hat, welches den Menschen mit kausal-mechanistischen Erklärungen für seine Gesunderhaltung selbst verantwortlich macht. Die Identifikation von Risikofaktoren wie Zivilisationskrankheiten dämpft diese Verschiebung von Verantwortlichkeit allerdings empfindlich. Die Erfolge und das Leistungsvermögen moderner Biomedizin maskieren Probleme und Misserfolge in der Auseinandersetzung mit diesen Risikofaktoren. Der Autor diskutiert dies anhand einer Gegenüberstellung von Extrempositionen.

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11. Schlussbetrachtungen – Die Rangfolge Biomedizin, Biophilosophie und Bioethik

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321 „Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude. Ich erwachte, und siehe, das Leben war Pflicht. Ich handelte, und siehe, die Pflicht war Freude.“ Rabindranath Tagore565 11. Schlussbetrachtungen – Die Rangfolge Biomedizin, Biophilosophie und Bioethik Mit der Entstehung des wissenschaftlich-technischen Zeitalters seit 1500 n.Chr., das sich seit Ende des 18. Jahrhunderts bis heute in breiter Entfaltung befindet, beginnt nicht nur die wirklich universale, planetarische und globale Geschichte der Menschheit. Vielmehr führen Wissenschaft und Technik im Allgemeinen, die Biomedizin im Besonderen die Menschheit vielleicht auch in eine ferne und für die Menschen – zumindest gegenwärtig noch – unsichtbare transhumanistische Periode. Das schlechthin Neue und völlig Eigenständige von Wissenschaft und Technik besteht darin, dass sie (i) ihrem Geist nach universal sind, (ii) grundsätzlich unfertig sind, (iii) nicht gleichgültig sind, sondern alles für wissenswert halten, (iv) dem einzelnen zugewandt sind, (v) allseitige Zusammenhänge suchen, (vi) radikal und grenzenlos im Fragen sind („alles ist da, um überwunden zu werden“), (vii) sich an bestimmte Kategorien (z.B. Kausalität, Substanz) halten, (viii) auf exakter Rationalität beruhen und (ix) dem Menschen Macht verleihen, denn sie beruhen auf Können, stellen Können dar und dieses Können ist Machen und Verfügen. Wissenschaft und Technik im Allgemeinen und Biomedizin im Besonderen rufen weltweite politische und geistige Folgen hervor, denn sie führen schließlich zur Auflösung überlieferter Vorstellungen und Werte. An die Stelle alter Werte und Glaubensüberzeugungen treten das Denken in Ideologien (hier zu verstehen...

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