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Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften

Eine Längsschnittstudie in der kaufmännischen Ausbildung

Series:

Christian Michaelis

Der Autor untersucht die Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften bei kaufmännischen Auszubildenden im Ausbildungsverlauf. Das zugrunde gelegte Kompetenzmodell basiert auf einer Verschränkung kognitionspsychologischer mit verhaltenstheoretischen Annahmen. Den Kern dieses Models bilden die Handlungsintention, nachhaltig zu wirtschaften sowie das deklarative Wissen über Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Beide Skalen werden über kognitive und affektiv-motivationale Faktoren, wahrgenommene Wert- und Normorientierungen, unterschiedliche Lerngelegenheiten sowie soziodemografische Aspekte kontrolliert. Der Band belegt, dass eine Förderung von Kompetenzen hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung ein wichtiges Desiderat in der beruflichen Bildung darstellt.

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3 Zum normativen Diskurs einer nachhaltigen Entwicklung und eines nachhaltigen Wirtschaftens sowie deren gesellschaftliche Akzeptanz

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Die kontroverse Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung erfordert eine fachliche Klärung, was unter diesem Konstrukt zu verstehen ist. Gerade in der Kompetenzmessung sind fachlich eindeutige Bezüge notwendig, um reliable und valide Testinstrumente zu entwickeln. Nach einer Einführung in die Entwicklung des Nachhaltigkeitsdiskurses im Abschnitt 3.1 werden im Abschnitt 3.2 Probleme und Herausforderungen des Nachhaltigkeitsleitbildes beschrieben. Die offen gehaltenen Definitionsansätze einer nachhaltigen Entwicklung begrenzen auch die Operationalisierung eines nachhaltigen Wirtschaftens. Aus diesem Grund liegt das Hauptaugenmerk des Abschnitts 3.3 neben einer historischen Entwicklung, in der sich vor allem die volkswirtschaftlich-politische Perspektive als ein Rahmengerüst für betriebswirtschaftliche Handlungsmöglichkeiten heranziehen lässt, auf Nachhaltigkeitsgedanken in der Ökonomie sowie der Beschreibung von Herausforderungen, Bedingungen und Handlungsmöglichkeiten eines nachhaltigen Wirtschaftens für Unternehmen. Zur Messung von Kompetenzen für ein nachhaltiges Wirtschaften sind nicht nur institutionelle Bedingungen zu klären, die Realisierung einer nahhaltigen Entwicklung ist auch von individuellen Handlungen und dahinter stehenden Dispositionen abhängig. Abschnitt 3.4 stellt dementsprechend die gesellschaftliche Akzeptanz und Vorstellungen von Nachhaltigkeit dar.

3.1 Entwicklung des Nachhaltigkeitsdiskurses

Ansätze der Idee einer nachhaltigen Entwicklung bestehen bereits seit einigen Jahrhunderten. Beispielsweise wurden Umweltprobleme schon in der Antike bewusst wahrgenommen, wie z. B. Abholzung der Wälder, urbane Abfälle, Abwässer sowie Umweltzerstörung (Burschel, Losen, & Wiendl, 2004, S. 144). In der Literatur wird häufig auf den Oberhauptmann von Carlowitz und sein Werk „sylvicultura oeconomica“ (1713, Wiederveröffentlichung von 2000) in Verbindung mit einem nachhaltigen...

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