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Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften

Eine Längsschnittstudie in der kaufmännischen Ausbildung

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Christian Michaelis

Der Autor untersucht die Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften bei kaufmännischen Auszubildenden im Ausbildungsverlauf. Das zugrunde gelegte Kompetenzmodell basiert auf einer Verschränkung kognitionspsychologischer mit verhaltenstheoretischen Annahmen. Den Kern dieses Models bilden die Handlungsintention, nachhaltig zu wirtschaften sowie das deklarative Wissen über Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Beide Skalen werden über kognitive und affektiv-motivationale Faktoren, wahrgenommene Wert- und Normorientierungen, unterschiedliche Lerngelegenheiten sowie soziodemografische Aspekte kontrolliert. Der Band belegt, dass eine Förderung von Kompetenzen hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung ein wichtiges Desiderat in der beruflichen Bildung darstellt.

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6 Konzeptuelle Fragen der Messung der Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften

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Für eine Diagnostik der Kompetenzentwicklung werden allgemein Querschnitterhebungen, die Befragung unterschiedlicher Stichproben (z. B. unterschiedliche Klassenstufen) zu (meistens) einem Messzeitpunkt, von Längsschnitterhebungen, die Befragung derselben Stichprobe zu unterschiedlichen Zeitpunkten, als Forschungsdesigns unterschieden. Unabhängig der primären Bedingung entsprechender Studien in Bezug auf die Sicherstellung einer konstruktvaliden44 Messung45 über die Zeit, haben beide Ansätze unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Ein längsschnittliches Forschungsdesign setzt grundsätzlich eine möglichst über die Zeit konstante Stichprobe und/oder angemessene Methoden zum Umgang mit unvollständigen Datensätzen voraus. Demgegenüber wirken Querschnitterhebungen zur Veränderungsmessung auf den ersten Blick testökonomischer. Eine wesentliche Herausforderung bei diesem methodischen Vorgehen besteht aber in der Sicherstellung der Vergleichbarkeit der Stichproben. ← 139 | 140 → Die Herausforderung der Sicherstellung einer repräsentativen Vergleichsgruppe ist in dem schwer zugänglichen Testfeld des dualen Systems der beruflichen Bildung zudem nur mit erhöhtem Aufwand möglich und wird vor allem begrenzt, wenn Ausbildungsberufe untersucht werden sollen, die mittlere bis kleine Ausbildungszahlen aufweisen und demnach nicht zu den angebotsstärksten Ausbildungsberufen zählen46. Weiterhin wird die Sicherung der Vergleichbarkeit von Klassenstufen im dualen System aufgrund der Abhängigkeit zu der Wirtschaftslage und damit zusammenhängend schnellen Kompositionseffekten im Ausbildungsmarkt erschwert. Außerdem können über entsprechende Ansätze keine intraindividuellen Entwicklungen und in diesen direkte interindividuelle Unterschiede verfolgt werden, wie sie in längsschnittlichen Designs beobachtet werden können. Querschnittstudien generieren demnach lediglich indirekte Erkenntnisse der Kompetenzentwicklung, indem Populationen unterschiedlicher Jahrgänge oder Klassenstufen miteinander verglichen...

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