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Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften

Eine Längsschnittstudie in der kaufmännischen Ausbildung

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Christian Michaelis

Der Autor untersucht die Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften bei kaufmännischen Auszubildenden im Ausbildungsverlauf. Das zugrunde gelegte Kompetenzmodell basiert auf einer Verschränkung kognitionspsychologischer mit verhaltenstheoretischen Annahmen. Den Kern dieses Models bilden die Handlungsintention, nachhaltig zu wirtschaften sowie das deklarative Wissen über Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Beide Skalen werden über kognitive und affektiv-motivationale Faktoren, wahrgenommene Wert- und Normorientierungen, unterschiedliche Lerngelegenheiten sowie soziodemografische Aspekte kontrolliert. Der Band belegt, dass eine Förderung von Kompetenzen hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung ein wichtiges Desiderat in der beruflichen Bildung darstellt.

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10 Schlussbetrachtung

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Die in dieser Studie gemessene Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften bei Auszubildenden des Ausbildungsberufes Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung zeigt insgesamt nur geringe Leistungsveränderungen im Ausbildungsverlauf auf. Individuell betrachtet unterscheiden sich zwar die Auszubildenden in ihren messzeitpunktspezifischen Leistungen, die interindividuellen Unterschiede in den Entwicklungen variieren hingegen nur moderat. Ein Zusammenhang mit einer lediglich schwachen curricularen Verankerung nachhaltigkeitsrelevanter Themen lässt sich dabei nicht ablehnen. Demnach bekräftigen die Ergebnisse dieser Studie die Diskussion innerhalb der Berufs- und Wirtschaftspädagogik zur bildungspolitischen nachrangigen Förderung einer BBNE (vgl. beispielsweise Brötz, 2014; Fischer, im Erscheinen; Fischer et al., 2009; Kutt, 2006). Damit zusammenhängend entstehen auf der einen Seite aus der Perspektive der Bildungs- und Erziehungswissenschaften vielfältige weitere Forschungskorridore sowie auf der anderen Seite bildungspolitische Empfehlungen.

Für die Erziehungs- und Bildungswissenschaften und hierbei insbesondere für die Berufs- und Wirtschaftspädagogik sollte die Kompetenzmessung im Nachhaltigkeitskontext differenzierter verfolgt werden. Hierbei interessieren aus grundlagenforschungsorientierter Perspektive insbesondere das Zusammenwirken von Kompetenzentwicklungen mit -niveaus sowie -strukturen. Dementsprechend sollte die Robustheit von Niveaumodellen, aber auch der Dimensionalität von Leistungstests über die Zeit als Forschungsschwerpunkt weiter verfolgt werden. Ein Schwerpunkt sollte dabei auch auf erweiterte Strukturzusammenhänge zu Entstehungs- und Erklärungszusammenhängen gelegt werden. Im Rahmen der Lehr-Lernforschung sollten hierfür zudem Interventions-/Kontrollstudien unter Berücksichtigung einer psychometrisch angemessenen Veränderungsmessung verfolgt werden.

In Bezug auf eine bildungspolitische Verwertung der Ergebnisse dieser Studie sollte der Prozess der zunehmenden Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Rahmenlehrpläne und...

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