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Zum Politischen der Dramatik von Thomas Bernhard und Peter Handke

Neue Aufteilungen des Sinnlichen

Christine Hegenbart

Diese Studie untersucht systematisch die politische Dimension der Dramen von Thomas Bernhard und Peter Handke. Obgleich beide Autoren als Provokateure und Skandal-Inszenatoren gelten, deren öffentliche Auftritte wie Werke heftige Debatten auslösten, fehlt bisher eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der politischen Dimension. Die Autorin schließt diese Forschungslücke mit Hilfe der Theorie des französischen Philosophen Jacques Rancières. Davon ausgehend untersucht sie die politischen Strukturen in ausgewählten dramatischen Werken sowie die Positionierung der Texte in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext.

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4. Epilog: Theater um Elfriede Jelineks Burgtheater

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4.  Epilog: Theater um Elfriede Jelineks Burgtheater

Oft wird die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in einem Atemzug mit Thomas Bernhard und Peter Handke genannt.1191 Wie ihre männlichen Kollegen gehört sie zu den großen österreichischen Theaterautoren und hatte an den beschriebenen Veränderungen des politischen und literarischen Feldes der Alpenrepublik maßgeblich Anteil. Allerdings wurde ihr erstes Drama Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte, oder Stützen der Gesellschaft (UA 1979) 13 Jahre später uraufgeführt als Handkes Erstling Publikumsbeschimpfung (UA 1966). Darüber hinaus musste Jelinek bis Anfang der 90er-Jahre warten, bis mit der Burgtheaterpremiere von Totenauberg. Ein Stück (UA 1992) erstmals eines ihrer Werke in ihrer Heimat uraufgeführt wurde. Ihre Literatur und besonders ihre Dramatik versteht Jelinek als politisch, wie sie in einem ihrer bekannten theoretischen Texte Ich schlage sozusagen mit der Axt drein festhält: „[I]ch glaube an das Theater als politisches Medium.“1192 Diesem Selbstverständnis folgend, greift Jelinek in ihrem dramatischen Schaffen aktuelle politische Themen kritisch auf und gilt so als „das ungeliebte Gewissen“1193 Österreichs.

Abschließend wird nun Jelineks umstrittenes Drama Burgtheater. Posse mit Gesang1194 (UA 1985) in den Blick genommen. Das Theaterstück hat einerseits ihren Ruf als Nestbeschmutzerin begründet.1195 Andererseits hätte es, wäre es im Wiener Burgtheater aufgeführt worden, – laut manchem Kritiker – einen ähnlichen Skandal ausgelöst wie später Thomas Bernhards Heldenplatz.1196 Ob und wie das Werk mit der Theorie...

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