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Die Sprache in zentralen militärischen Dienstvorschriften der Bundeswehr

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Christian F. Arsan

Auf der Basis von authentischem dienstlichem Textmaterial untersucht der Autor, wie in der Bundeswehr kommuniziert wird und ob es eine eigene «militärische» Sprache gibt. Anhand von zentralen militärischen Dienstvorschriften der Bundeswehr arbeitet er prototypische Phänomene dieser Textart heraus, um die Existenz einer fachbezogenen militärischen Sprache belegen zu können. Dabei ergeben sich überraschende sprachwissenschaftliche Erkenntnisse, die auch den außermilitärischen Bereich betreffen.

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1. „Lage, Auftrag, Durchführung“ – eine Einleitung

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1.  „Lage, Auftrag, Durchführung“1 – eine Einleitung

„Wer klare Begriffe hat, kann befehlen.“Johann Wolfgang von Goethe2

Gerade in militärischen Kontexten wird eine eindeutige und direktive Kommunikation als essenzieller Bestandteil von erfolgreicher Führung gesehen. Nicht zuletzt deswegen wird schon bei der Ausbildung von militärischem Führungspersonal auf die Aneignung und Förderung kommunikativer Kompetenz besonderes Augenmerk gelegt3. Dieser Anspruch sollte sich jedoch nicht nur in offensichtlichen, verbalen Kommunikationsakten zeigen, sondern muss sich auch in militärischen Texten finden – sind diese doch die Grundlage und Referenz für kommunikatives Handeln im militärischen Kontext.

Die Basis allen Handelns in und von staatlichen Institutionen, gerade der Exekutivorgane, sind in der Regel juristische beziehungsweise institutionelle Leitlinien. Ob Gesetze, Vorschriften, Weisungen, Befehle oder Erlasse – keine staatliche Administration kann ohne die schriftliche Fixierung von Normen und Regelungen und deren Aufrechterhaltung dauerhaft bestehen. Da die Exekutivorgane eine zentrale Funktion im Machtgefüge einnehmen, werden ihnen für bestimmte dienstliche Belange eigene und grundlegende Verfahrens- und Verhaltensrichtlinien4 zugestanden – beziehungsweise auferlegt. Neben Gesetzen, die allgemeine Normierungen darstellen, werden bei den deutschen Sicherheitsbehörden Richtlinien, die den täglichen Dienstablauf regeln, in zentralen ← 11 | 12 → dienstlichen Vorschriften und Reglements gesammelt. Sie dienen einerseits als Orientierungshilfen, sind andererseits aber auch für die Angehörigen der entsprechenden Organe verbindliche Regelungen.

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