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Inklusiver Englischunterricht am Gymnasium

Evidenz aus der Schulpraxis im Spiegel von Spracherwerbstheorie und Fremdsprachendidaktik

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Jan Springob

Inklusion ist eine der aktuellen bildungspolitischen Herausforderungen. Die Realisierung von gemeinsamem Unterricht einer heterogenen Schülerschaft stellt auch den Fremdsprachenunterricht vor neue Aufgaben. Der Autor präsentiert Erkenntnisse einer dreijährigen unterrichtsbegleitenden, quantitativen wie qualitativen Erhebung inklusiven Englischunterrichts an einem Gymnasium und bettet diese umfassend in den Diskurs der Inklusions- und Zweitspracherwerbsforschung ein. Er formuliert «Best-Practice»-Empfehlungen, die einen eigenständigen, wissenschaftlich fundierten Impuls in die englische Sprachwissenschaft hinsichtlich des Zweitspracherwerbs und in die englische Fachdidaktik hinsichtlich der Unterrichtspraxis geben. Die Umsetzung von Inklusion kann gelingen, so das Fazit.

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2. Inklusion – eine begriffliche Annäherung

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2.   Inklusion – eine begriffliche Annäherung

Eine Schule für alle? Das Gleiche für alle? Ist das Integration oder Inklusion?6 Die beiden Begriffe werden oftmals nicht trennscharf verwendet und es existieren ganz unterschiedliche Definitionen und Zielvorstellungen für den Begriff „Inklusion“ (vgl. Löser & Werning 2015: 17). Wenn man bedenkt, dass der Begriff Inklusion im deutschen Sprachgebrauch bis vor wenigen Jahren außerhalb des Wissenschaftskontextes kaum verwendet wurde, verwundert das kaum (vgl. Wansing 2015: 43). Zusammengefasst wird mit Integration im Kontext Schule „[…] die gemeinsame Unterrichtung von Lernenden mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf bzw. Behinderung in allgemeinen Schulen bezeichnet“ (Grosche 2015: 23).7 Inklusion ist, Wockens Qualitätsstufen von Inklusion folgend, die finale Stufe, auf der alle Menschen das „Recht auf Selbstbestimmung und Gleichheit“ haben (vgl. Wocken 2011: 75). „Eine Unterscheidung zwischen Menschen mit und ohne Förderbedarf würde es dann nicht mehr geben; kein Schüler und keine Schülerin wäre in die Kategorien ‚spezifischer Förderbedarf‘ oder ‚kein spezifischer Förderbedarf‘ einsortiert“ (Schlaak 2014: 3); die Kinder mit Behinderungen verlören ihren besonderen Status. „Vielfalt ist normal, alle Kinder sind unterschiedlich, anders, einzigartig, individuell“ (Wocken 2011: 72). Inklusion präsentiert dann einen weiten Begriff (vgl. Löser & Werning 2015: 17); der Fokus wird nun „[…] auf alle möglichen Heterogenitätsdimensionen erweitert, zum Beispiel Kompetenz, Alter, sozialer Hintergrund, Sprache, ← 37 | 38 → Kultur, Religion, Geschlecht und sexuelle Orientierung“ (Grosche 2015: 24). Inklusion bedeutet folglich „[…] die Notwendigkeit der...

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