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Ehre auf Reisen

Die Hansetage an der Wende zum 16. Jahrhundert als Schauplatz für Rang und Ansehen der Hanse(städte)

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Maria Seier

Die Studie zeigt, wie hansische Tagfahrten durch Repräsentation und Zeremoniell zum Schauplatz von Rang und Ansehen wurden und sich die Kommunikation der Beteiligten um den Erhalt von Ehre drehte. Für Hansetage um 1500 liegen Reiserechnungen von Teilnehmern sowie Gesandtschaftsberichte vor, die das informelle Prozedere hansischer Verhandlungen beleuchten. Im Abgleich mit der Reichstagsforschung werden die begrifflichen Grundlagen gelegt, um dann auf Basis eines kommunikationsgeschichtlichen Zugangs die gegenseitigen Ehrenbezeugungen theoretisch zu fassen. Betrachtet werden Kleidung, Beherbergung, Spielleute, Ehrenweingaben, Gastmähler, Prozessionen und Sitzordnungen. Die Ehrsemantik bildete einen Orientierungsrahmen und sicherte in Zeiten schwach ausgebildeter Verfasstheit die Kohärenz nach innen sowie Wandelbarkeit in der politischen Kommunikation.

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4. Reiserechnungen und Berichte hansestädtischer Ratssendeboten

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4.   Reiserechnungen und Berichte hansestädtischer Ratssendeboten

Abstract – Records of travel costs and the reports of the delegates: Central to this study are three records of travel costs dated to 1511 and 1518 concerning the delegates from Riga, Reval/Tallinn and Goslar, but equally important are texts known as “delegate reports”. Their role as historical sources is examined, and the focus in this study on the span of time between 1480 and 1530 is discussed.

Anders als Reiseberichte, die zum Teil von vorneherein im Hinblick auf die spätere Veröffentlichung geschrieben wurden und bei deren Abfassung sich der Autor mitunter von den vermuteten Ansprüchen oder Erwartungen seines Lesepublikums leiten ließ, stehen Reiserechnungen – wie Rechnungen52 ganz allgemein – im Vergleich mit anderen Quellengattungen in dem Ruf größerer Unmittelbarkeit.53 Dennoch bedürfen sie einer quellenkritischen Analyse, auch wenn sie nicht anstreben, eine eigene Sicht der Gegenwart zu vermitteln, sondern im Regelfall strikter Geheimhaltung unterlagen und nur für einen kleinen Kreis von Mitgliedern des städtischen Rates zugänglich waren, denen gegenüber als Auftrag- bzw. Geldgeber der Reisen zu belegen war, für welche Güter und/oder Dienstleistungen wie viel Geld ausgegeben worden war.54 So dienten auch die im hansischen Kontext überlieferten Reiseabrechnungen dazu, die durch die Besendung der hansischen Versammlung entstandenen Aufwendungen mit dem städtischen Rat, der im Normalfall die Reise beauftragt hatte, abzurechnen.55 Erstellt wurden die Abrechnungen in der Regel von einem der Ratsherren, die zum Hansetag entsendet worden...

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